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Ausbau des Walgenbaches

Enteignung als letztes Mittel

Reckenfeld

Der Ausbau des Walgenbachs zieht sich weiter hin. Die Grundstücksverhandlungen sind der Knackpunkt. Doch nun strebt die Sache einer Lösung entgegen – vermutlich eine Enteignung.

Oliver Hengst

Der Walgenbach steht im Garten – das soll sich nicht wiederholen. Daher soll der Bach naturnah ausgebaut werden. Foto: oh

Der Ausbau des Walgenbachs zieht sich weiter hin. Die problematischen Grundstücksverhandlungen sind der Knackpunkt. Doch nun strebt die Sache einer Lösung entgegen. Es läuft auf eine Enteignung hinaus – falls sich Stadt und Grundstücksbesitzer nicht einigen sollten.

Die Stadt arbeitet momentan daran, das fehlerhafte Plangenehmigungsverfahren nachzubessern, um den Walgenbach ausbauen zu können. Man habe im Dezember ein Ingenieurbüro damit beauftragt, einen Abwägungsfehler auszumerzen – oder juristisch: zu heilen. Das erläuterte André Kintrup von der Stadtverwaltung kürzlich im Bezirksausschuss. Derzeit würden Unterlagen vorbereitet, dies dauere voraussichtlich noch zwei bis drei Monate.

Eine technisch mögliche Rohrleitung scheidet als Alternative aus – aus Kostengründen. Es würde rund sieben Millionen Euro kosten, Niederschlagswasser mit einer solchen Leitung in die Ems abzuleiten. Die Renaturierung des Walgenbaches gilt somit weiterhin als beste Lösung, um Hochwasserereignissen vorzubeugen. Die Kosten hierfür: 1,9 Millionen Euro (allerdings ist die Schätzung schon einige Jahre alt).

„In dem Moment, wo wir Baurecht haben, werden wir alles in die Wege leiten, um auch zu bauen“, sagte Kintrup. Es gebe noch kein detailliertes Baukonzept. „Das hängt dann auch von den Verhandlungen zum Grunderwerb ab.“ Und genau da hakt es seit Jahren. Weil die Verhandlungen bislang nicht erfolgreich waren, steht auch eine Enteignung im Raum. Kintrup: „Um es mal auf den Punkt zu bringen: Mit einem Planfeststellungsbeschluss, dessen Klagefrist abgelaufen ist, sollten sich Käufer und Verkäufer tunlichst bilateral einig werden, weil danach nur noch die Enteignung kommen kann.“

Bürgermeister Peter Vennemeyer ergänzte auf Nachfrage, dass eine solche Enteignung „ziemlich schnell“ vollzogen werden könne.

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