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Was wird aus den Grevener Bekenntnisschulen?

Erst Info – dann Abstimmung

Greven

Die Unsicherheit auf Elternseite ist zum Teil groß, ebenso der Klärungsbedarf. Daher wird es in der kommenden Woche zwei Infoveranstaltungen für Eltern geben, in der die Stadt über die mögliche Umwandlung der Bekenntnis- in Gemeinschaftsschulen informieren will.

Von Oliver Hengst

Nikolausbesuche und Weihnachtsfeiern – die kann es auch an Gemeinschaftsschulen geben. Eine eventuelle Änderung des Status der Grundschulen käme zum nächsten Schuljahr 2023/24 zum Tragen.

„Wir werden teilweise gefragt“, sagte Frank Hänel im Schulausschuss, „ob denn an diesen Schulen noch Weihnachten gefeiert wird.“ Mit einem kurzen Blick zu Christel Heisler, Leiterin der einzigen Gemeinschaftsschule in Greven (Erich-Kästner-Schule Reckenfeld) versicherte er sich, dass dort natürlich Weihnachten gefeiert wird, es dort auch Adventsfeiern und anderes mehr gibt.

Das Beispiel zeigt, wie groß die Unsicherheit zum Teil ist und wie groß der Klärungsbedarf. Daher wird es in der kommenden Woche zwei Infoveranstaltungen für Eltern geben, in der die Stadt über die mögliche Umwandlung der Bekenntnis- in Gemeinschaftsschulen informieren will.

Frank Hänel, in der Stadtverwaltung für Schulfragen zuständig, berichtete, dass örtliche Vertreter der katholischen und der evangelischen Gemeinde anwesend sein werden. Man wolle bei den Infoabenden (16. und 17. Mai, jeweils 19 Uhr im Ballenlager) über das Prozedere informieren, aber auch darüber, was es im Schulalltag eigentlich heißen würde, eine Gemeinschafts- und keine Bekenntnisschule zu sein. „Die Eltern entscheiden, wir müssen möglichst gut informieren“, fasste Hänel den Auftrag zusammen.

Monika Wagner, die sich als Mutter seit längerem für die Abstimmung stark macht, dankte ausdrücklich den Ratsleuten, dass dies nun möglich gemacht wurde. „Das hat uns sehr gefreut.“ Nun müsse das Ziel sein, eine hohe Wahlbeteiligung zu erzielen.

Das sehen auch andere so, unter anderem Hänel. „Wichtig ist tatsächlich die Wahlbeteiligung.“ Es müssten 50 Prozent der wahlberechtigten Eltern plus eine Stimme zusammenkommen, um eine Bekenntnisschule umzuwandeln. Heißt: Wer nicht abstimmt, stimmt damit faktisch mit Nein. „Ich nehme aber durchaus wahr, dass das entsprechende Interesse bei den Eltern besteht“, sagte Hänel.

Die Abstimmungen sollen vom 13. bis 15. Juni in den vier Grundschulen stattfinden. Die Zeiten, zu denen die „Wahlbüros“ geöffnet haben, müssen noch abgestimmt werden. Die Stadt sah eigentlich 7 bis 10 und 14 bis 17 Uhr vor. Das nimmt nach Ansicht einiger Politiker aber zu wenig Rücksicht auf Berufstätige. Die Auszählung der Stimmen erfolgt „schulscharf“, also für jede Schule einzeln.

Auslöser für die nun anstehende Abstimmung war der Umstand, dass an Grundschulen mit zu vielen Anmeldungen (zuletzt vor allem die Marienschule) katholische Kinder bei der Aufnahme bevorzugt wurden. Das hatte dazu geführt, dass Kindergartenfreunde oder Nachbarskinder „auseinandergerissen“ wurden.

Darauf hatte die Stadt reagiert, indem an der Mariengrundschule ein fünfter Zug eingerichtet wurde.

Auf Nachfrage, wieviele Kinder denn zuletzt aufgrund „falscher“ oder fehlender Religionszugehörigkeit an einer Grundschule abgelehnt werden musste, erläuterte Hänel, dass ihm im aktuellen Einser-Jahrgang nur ein Fall bekannt sei, wo Nachbarskinder verschiedene Schulen besuchen müssen. „Sonst haben wir immer Lösungen gefunden. Mit dem fünften Zug haben wir die Masse der Fälle auffangen können. Wenn wir bei vier Zügen geblieben wären, wären es deutlich mehr gewesen.“

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