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Augustinianum lädt wieder Betriebe zum Berufsorientierungstag ein

„Es muss nicht immer ein Studium sein“

Greven

Welcher Beruf, bitte? Die Schüler des Augustinianums hatten am Dienstag die Wahl. Und durften sogar sägen.

Von Günter Benning

Berufsorientierung im Augustinianum – hier geht es um die Sparkasse. Foto: Günter Benning

Tobias Pörsel war zuletzt vor drei Jahren beim Berufsorientierungstag des Augustinianums zu Gast. Dann kam Corona. Am Dienstagmorgen stand der studierte Jurist und Personalcoach aus Begeisterung in der Aula des Gymnasiums und ließ sechs Schüler in der ersten Reihe aufstehen: „Statistisch gesehen“, sagte er, „sind das diejenigen, die zufrieden und glücklich mit ihrem Job sind.“

Danach ließ er alle anderen aufstehen – nämlich diejenigen, die statistisch betrachtet unter ihren Jobs leiden, lieber etwas anderes machen würden, ihre Talente nicht finden. Ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig die Entscheidung für den richtigen Beruf ist.

Oberstufenschüler des Gymnasiums hatten am Dienstag die Gelegenheit, von Experten Infos über Berufswelten zu erhalten – auch die aktuellen Abiturienten, von denen einige zwischendurch zur mündlichen Prüfung mussten.

Berufsorientierung im Augustinianum mit Sägen. Foto: Günter Benning

Das Themenspektrum war groß. Und teilweise überraschend. Volksbank, Kreissparkasse, Fiege – die Großen der Region waren da. Aber auch so jemand wie Katharina Köppe, die vergangenes Jahr ihr Abi gemacht hat.

Die angehende Tischlerin bringt ihren Werkzeugkoffer mit. Hammer, Winkeleisen, Säge. Sie ist gerade im ersten Lehrjahr bei der Kreativtischlerei Lanvers und Isermann in Greven. „Das ist super da“, sagt sie, „ich würde das immer wieder machen. Es geht nicht nur um Studium, um Theorie, sondern auch darum, zu machen, worauf man Lust hat.“ Da geht im Handwerk einiges, wo man viele schöne Dinge machen könne.

Auch einen Koffer hatte Dr. Sarah Trinschek dabei. Sie ist Nachwuchsprofessorin an der FH-Münster. „Wir arbeiten an spannenden Zukunftstechnologien“, sagt sie, „aber wir machen viele tolle praktische Anwendungen.“ Der rote Laserstrahl aus ihrem Koffer, den sie an die Klassenzimmerwand warf, eignet sich dazu, um Musik zu übertragen.

Berufsorientierung mit Laser aus dem Koffer. Foto: Günter Benning

Dr. Benedikt Faber, der zu den Organisatoren des Tages gehört, kann sich über Interesse nicht beschweren: „Wir bekommen wöchentlich mehrere Emails von Firmen, die für ihre Ausbildungen werben.“ Selbst so große Arbeitgeber wie der Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL), der jedes Jahr an die 150 duale Studenten ausbildet, klage, dass es nicht leicht sei, „die Richtigen zu kriegen“. LWL-Personalerin Daria Schlackmann: „Der LWL kann sich immer noch über ausreichend Bewerbungen freuen. „Aber wir müssen auch etwas dafür tun.“

Auch diese Zeitung informierte über den Beruf des Journalisten. Jung-Redakteur Joel Hunold und Alt-Redakteur Günter Benning führten ein Gespräch über Video, um die Entwicklung des Gewerbes zu beschreiben. Fazit: Alles ändert sich, aber Journalismus bleibt ein superinteressantes Arbeitsfeld.

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