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Die Situation in den städtischen Wohncontainern

„Eskalation war in keiner Weise absehbar“

Greven

Drei Sozialarbeiter kümmern sich regelmäßig um die Bewohner der Containersiedlung in der Wentruper Mark in Greven. Die tödliche Attacke vom Sonntag sei in keiner Weise erahnbar gewesen, sagt die Stadt in einer Pressemitteilung.

Polizeieinsatzwagen. Gestern suchten die Beamten das Maisfeld nach der Tatwaffe ab. Foto: Luca Pals

Die städtische Unterkunft in der Wentruper Mark ist die größte Containersiedlung in Greven. Dort sind geflüchtete und obdachlose Menschen untergebracht. Als sie 2015 errichtet wurde, gab es Proteste von Seiten der Flüchtlingshilfe. Vor allem deshalb, weil diese Einrichtung weit entfernt von der Stadt ist.

Zehn Personen in der Wohneinheit

Um Konflikte zu vermeiden, erklärte die Stadt in einer Mitteilung, werde dort grundsätzlich bei der Belegung der Wohneinheiten darauf geachtet, dass Menschen, die räumlich nah beieinander wohnen, ethnisch und auch von der Lebenssituation (alleinstehend/im Familienverband) bestmöglich zueinander passen.

Jede Wohneinheit habe sieben Zimmer, dazu eine Gemeinschaftsküche und ein Bad. Die Wohneinheit, in der es zu der Auseinandersetzung gekommen ist, war mit insgesamt zehn Personen belegt, die Zimmer dort seien also in der Mehrzahl mit einer Person belegt, maximal mit zwei Personen.

Die Einrichtung in der Wentruper Mark werde ständig sehr eng durch drei städtische Sozialarbeiter betreut, die trotz Corona an fast jedem Tag vor Ort seien und Sprechzeiten und Gesprächsrunden anböten, erklärt die Verwaltung.

Ein direkter und durchgängiger Kontakt zwischen Stadt und Bewohnern sei dadurch jederzeit gegeben. Eine derartige Eskalation sei im Vorfeld „in keiner Weise absehbar“ gewesen, heißt es in der Mitteilung. Das Miteinander der Bewohner und Bewohnerinnen in der Unterkunft habe gut funktioniert.

Unmittelbar nach der Tat und bis in die frühen Morgenstunden waren neben Bürgermeister Dietrich Aden und Fachbereichsleiterin Beate Tenhaken mehrere Mitarbeiter des Fachbereichs 3.0 Soziales, Jugend, Bildung vor Ort, wodurch der direkte Kontakt mit der Polizei und eine durchgehende Betreuung der Bewohner der Unterkunft sichergestellt werden konnten.

Behutsame Gespräche

Im Laufe der Nacht und des Vormittags sei in „behutsamen persönlichen Gesprächen“ durch städtische Sozialarbeiter sondiert worden, ob den Ohren- und Augenzeugen des Geschehens eine psychologische oder seelsorgerische Betreuung zur Seite gestellt werden müsse.

In enger Abstimmung mit der Polizei wurde inzwischen ein Opferbetreuungskonzept erstellt, das dafür sorgt, dass alle Bewohner der Unterkunft, die es wünschen, durch speziellgeschulte Personen betreut und in dieser Ausnahmesituation aufgefangen werden. Auch die Polizei blieb am Montag vor Ort.

Die unmittelbaren Mitbewohner des Tatverdächtigem und der Opfern wurden direkt in der Nacht in anderen Räumlichkeiten untergebracht.

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