1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Greven
  6. >
  7. Freundschaftsbande erneuern

  8. >

59 Jahre Élysée-Vertrag

Freundschaftsbande erneuern

Greven

Vertreter des Komitees und des Fördervereins zur Städtepartnerstadt stellten am Samstagvormittag in der Grevener Innenstadt einen Pavillon auf: Kulisse für einen Video-Chat mit den Freunden aus Montargis.

Von Luca Pals

Für den Video-Chat mit Vertretern aus Montargis hatte der Grevener Förderverein zur Städtepartnerschaft einen Pavillon in der Einkaufsstraße aufgestellt. Foto: Luca Pals

„Der Élysée-Vertrag ist mit Blick auf die gemeinsame Geschichte der beiden Länder schon etwas ganz Besonderes“, zieht Dirk Pomplun am Samstagvormittag den Hut vor den Erfolgen des deutsch-französischen Friedensvertrages, den einst Konrad Adenauer und Charles de Gaulle unterzeichnet hatten. In der vergangenen Woche feierte das Abkommen zur Friedenssicherung und partnerschaftlichen Zusammenarbeit seinen 59. Geburtstag. Es ist ein Grund mehr dafür, die Freundschaftsbande zwischen Montargis und Greven enger zu schnüren. In Pandemie-Zeiten, so Pomplun vom Partnerschaftskomitee, sei das „wichtiger denn je“.

Zu diesem Zweck hatte sich das Komitee beider Länder über einen Video-Chat miteinander verbunden. Zusammen mit dem Grevener Förderverein zur Städtepartnerschaft wurde ein Pavillon neben das Blumengeschäft Hensmann aufgebaut – per Flyer, Info-Broschüre und der ein oder anderen Anekdote aus zahlreichen Austauschjahren brachten die Grevener den Freundschaftsgedanken mit Montargis auf die Straße.

„Eine sehr schöne und wichtige Aktion“, lobte Ulrike Riepenhausen, die zusammen mit ihrem Mann in regelmäßigen Abständen im Urlaub in Frankreich und zu Besuch in Montargis ist. Für die beiden ist die Stadt mit etwa 14 000 Einwohnern, deren Partnerschaft seit 54 Jahren besteht, wie ein zweites Zuhause geworden. Der traditionelle Besuch der Grevener zur Miss-Montargis-Wahl im Mai ist natürlich ein Pflichtprogramm, seit vielen Jahren sind sie beim Ehepaar Simon untergekommen.

Den Anfang nahm alles, als vor vielen Jahren Gastfamilien für die französische Abordnung gesucht wurden und Riepenhausen, die damals vieles von ihren französischen Schulkenntnissen nicht vergessen hatte, direkt ihr Interesse anmeldete: „Daraus sind sehr gute und tiefe Freundschaften entstanden, für die wir sehr dankbar sind.“ So schreiben auch die Riepenhausens im Februar, wenn der Karneval durch die Straßen zieht und das französische Komitee zu Besuch ist, Gastfreundschaft groß.

Die vergangenen beiden Jahre, das berichten an diesem leicht verregneten Samstagvormittag alle Anwesenden, haben die Bindungen zwischen beiden Städten beeinflusst: „Es ist klar, dass jetzt alles etwas schwieriger ist. Wir versuchen über Videoanrufe oder Telefonate weiterhin guten und regelmäßigen Kontakt zu pflegen, aber umso wichtiger sind Aktionen wie heute, die einerseits die Partnerschaft wieder ins öffentliche Leben bringen und andererseits uns mit den französischen Freunden verbindet“, sagt Richard Ebbigmann vom Komitee. Über Zoom waren die beiden Städte an diesem Vormittag miteinander verbunden, gute Bekannte und Freunde grüßten sich durch die Kamera. In regelmäßigen Abständen schickten die Grevener Grüße über 700 Kilometer gen Süden.

Sowohl auf französischer Seite mit Bürgermeister Benoît Digeon als auch auf deutscher Seite mit Dietrich Aden als erster Grevener Bürger war die politische Ebene ebenfalls vertreten. Aden, der seit seinem Montargis-Besuch im Dezember des vergangenen Jahres großer Sympathisant der Städtepartnerschaft ist, ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, Grüße nach Frankreich zu schicken.

Sollte es die Pandemie ermöglichen, wollen die Grevener wieder in Präsenz – und nicht nur virtuell – ihre französischen Freunde besuchen. Zuletzt war das Komitee im vergangenen Sommer vor Ort, für diesen Mai stehen sowohl die Miss-Montargis-Wahl als auch eine weitere Fahrt nach Frankreich auf dem Programm. Pomplun berichtet außerdem von einem Marathon-Lauf in Frankreich, den die Grevener sich nicht entgehen lassen wollen. Und so werde – sollte Corona es denn zulassen – aus der aktuellen Distanziertheit eine „persönliche Ebene, die für alle am besten ist.“

Startseite
ANZEIGE