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DRK-Frühförderung sucht Dolmetscher

Für einen guten Start ins Leben

Greven

Die Frühförderung Greven des DRK kümmert sich um Kinder mit Entwicklungsverzögerungen. Manchmal gibt es dabei Verständigungsschwierigkeiten mit den Eltern. Darum sucht die Einrichtung jetzt ehrenamtliche Dolmetscher.

Oliver Hengst

Gertrud Renz vom Pluspunkt (links) und Einrichtungsleiterin Sandra Rolf hoffen, dass sich Engagierte finden, die Familien mit Migrationshintergrund helfen, Sprachbarrieren zu überwinden. Foto: oh

Die Tochter ist unruhig und zappelig, kann einfach nicht stillsitzen. Die Nichte ist das genaue Gegenteil: ungewöhnlich still und in sich gekehrt. Der Sohn spielt kaum mit anderen Jungs, spricht wenig – und wenn doch, dann kann man ihn wegen der undeutlichen Aussprache nur schlecht verstehen. Die möglichen Gründe für Eltern, die „Frühförderung Greven“ des Deutschen Roten Kreuzes aufzusuchen, sind vielfältig – genauso wie die möglichen Defizite, die Kindern den Start ins Leben unter Umständen erschweren. Eltern, die sich um die Entwicklung ihres Kindes sorgen, finden in der Frühförderung eine Anlaufstelle, in der Beratung, Diagnostik und wenn nötig Behandlung gebündelt wird.

„Wir sind ein interdisziplinär arbeitendes Team“, sagt Einrichtungsleiterin Sandra Rolf. Sie selbst ist Heilpädagogin, auch Logopäden sowie Ergo- und Physiotherapeuten gehören zum Team. Zudem nutzt man die Kompetenz von Psychologen und Ärzten, um den Förderbedarf festzustellen.

Bisweilen kommt es vor, dass man Eltern samt Kinder wieder nach Hause schicken kann, weil sich alle Sorgen als völlig unbegründet erweisen. In anderen Fällen werden entsprechende Förderpläne entwickelt und umgesetzt. Der Bedarf nach Beratung und Förderung hat zugenommen. „Kinderärzte und Erzieherinnen schauen zunehmend genauer hin“, nennt Rolf einen Grund. Rund 100 Familien aus Greven, Reckenfeld, Saerbeck und Ladbergen werden derzeit betreut. Im besten Fall entwickeln sich die Kinder so positiv, dass sie sämtliche Defizite überwinden und ganz selbstverständlich eine Regelschule besuchen.

Um den bis zu sechs Jahre alten Kindern angemessen helfen zu können, müssen auch die Familien informiert und zur Unterstützung des Kindes motiviert werden. Was manchmal an Sprachbarrieren scheitert, denn zu den Ratsuchenden zählen auch viele Familien mit Migrationshintergrund. Daher sucht der Pluspunkt als Kooperationspartner nun Menschen, die ehrenamtlich als Dolmetscher fungieren könnten. „Russisch, Arabisch, Türkisch, eventuell Polnisch“, zählt Rolf den Bedarf auf. „Es ist wichtig, den Eltern mitzugeben: Was ist als nächstes nötig und was kann man zu Hause machen, um das Kind zu fördern?“

Selbstverständlich müssten sich die Dolmetscher zur Verschwiegenheit verpflichten, jedoch sei keine besondere Qualifikation nötig. Was nicht nur Gertrud Renz von der Freiwilligen-Agentur Pluspunkt hoffen lässt, dass sich Menschen finden lassen, die so mithelfen, den Kindern einen guten Start ins Leben zu ermöglichen.

Wer sich für die Tätigkeit interessiert, kann sich (montags und mittwochs 10 bis 12 Uhr, donnerstags 16 bis 18 Uhr) beim Pluspunkt, ✆ 57 71 57, melden.

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