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Messdiener und Pfadfinder übernehmen die Entsorgung der Weihnachtsbäume

Ganz ohne Glanz und Glitter

Greven

Messdiener und Pfadfinder sammelten in Greven Tannenbäume ein. Jetzt hoffen sie noch auf eins: Mehr Spenden.

Von Pia Weinekötter

Die Pfadfinder St. Josef haben die Tannenbäume in den Wohngebieten links der Ems übernommen. Foto: Pia Weinekötter

Ganz ohne Kugeln und Lichter liegen sie da: Fichten und Nordmanntannen zieren nicht mehr glänzend und geschmückt die Wohnzimmer, sondern stapeln sich meterhoch auf dem Friedhofsparkplatz. Dort hat sich am Samstagnachmittag schon eine lange Schlange aus Traktoren mit Anhängern gebildet.

Bereits seit über 30 Jahren begleitet Peter Epping die Pfadfinder zur Sammelaktion. Foto: Pia Weinekötter

Das erste Gespann kommt von den Pfadfindern St. Josef. „Wir haben die Bäume in Greven links der Ems eingesammelt“, erklärt Florian Schellhove.

30 Pfadis

Es sind ungefähr 30 Pfadfinder auf sieben Traktoren unterwegs. Gefahren wird die Gruppe von Peter Epping. Er ist ein alter Hase in diesem Metier: „Ich fahre die Tannenbäume seitdem ich einen Führerschein habe – für mich ist es in diesem Jahr also das 32. Mal.“ Er vermutet, dass es die Tannenbaumsammelaktion bereits seit Beginn der 90er Jahre in Greven gibt. Auf seinen Anhänger passen etwa 100 Weihnachtsbäume, schätzt er. „Das ist jetzt schon unsere zweite Ladung – aber eine Fuhre schaffen wir noch“, feuert der Fahrer seine Pfadfinder-Mannschaft an.

Michel Lehmkuhl und Laura Dübjohann waren mit den St. Martinus Messdienern in Greven rechts der Ems zum Einsammeln der Tannenbäume unterwegs. Foto: Pia Weinekötter

Der zweite Traktor gehört zu den St. Martinus Messdienern. Hier sitzt Thomas Lehmkuhl am Steuer.

Er fährt bereits im dritten Jahr für die Aktion. Die Messdiener kümmern sich um die Logistik der Tannenbäume aus den Wohngebieten rechts der Ems.

25 Messdiener

Die rund 25 Messdiener und ihre sieben Fahrer waren auch schon fleißig unterwegs und haben vermutlich schon mehrere 1000 Weihnachtsbäume eingesammelt lautet die Schätzung.

Die Messdiener rund um das Organisations-Team mit Lukas Bestermann, Marlen Gerdemann, Felicia König, Michel Lehmkuhl und Henri Poeche haben sich an diesem Samstag bereits morgens um acht Uhr getroffen. „Mittags gab es in coronakonformen Kleingruppen ein Mittagessen im Haus Liudger, danach ging es wieder zurück in die jeweiligen Gebiete und wir haben weiter eingesammelt“, erklärt Michel Lehmkuhl und ergänzt, „gegen 16.30 Uhr haben wir dann den letzten Baum auf dem Friedhofsparkplatz abgeliefert.“

Auf dem Friedhofparkplatz als Sammelstation für die ausrangierten Weihnachtsbäume standen die Traktor-Gespanne der Messdiener und Pfadfinder teilweise Schlange. Foto: Pia Weinekötter

Wie sieht es mit dem Lohn für das Engagement der Tannenbaumsammler aus? Auch in diesem Jahr durften weder Messdiener noch Pfadfinder an den Haustüren klingeln und um eine Spende für die Entsorgung bitten. „Das ist zum einen schade für unsere jüngeren Messdiener, die diesen Job immer gerne übernommen haben“, erklärt Michel Lehmkuhl, „zum anderen kommen natürlich auch deutlich weniger Spenden bei uns an.“

Im vergangenen Jahr stand den Messdienern so nur ein Viertel der Vorjahresspendensumme für ihre Jugendarbeit zur Verfügung.

Deshalb haben sich sowohl Grevens Messdiener als auch die Pfadfinder Alternativen überlegt, wie die Spenden der Bürger auch nachträglich noch den Weg zu ihnen finden können (siehe Infokasten).

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