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Spezialist des Heimatvereins sucht nach historischen Zeugnissen bei Schöneflieth

Geheimnisse aus der Ems

Greven

Der derzeitige Rekord-Niedrigwasserstand der Ems er öffnet die Möglichkeit, Spuren der Vergangenheit zu verfolgen, die sonst unter der Wasseroberfläche verborgen sind.

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Thomas Maron vom Heimatverein erforscht das Emsbett bei Schöneflieth. Foto: Grünert

Die Trockenperiode dieses Sommers bereitet inzwischen viele Probleme. Eine einzigartige Chance eröffnet sie allerdings in einem Bereich, auf den man in erster Linie nicht so schnell kommt: der Archäologie.

Der derzeitige Rekord-Niedrigwasserstand der Ems er öffnet die Möglichkeit, Spuren der Vergangenheit zu verfolgen, die sonst unter der Wasseroberfläche verborgen sind. In enger Kooperation mit der Archäologie die Landschaftsverbandes Westfalen Lippe (LWL) erforscht deshalb zur Zeit der neue Leiter der Fachgruppe Archäologie des Grevener Heimatvereins, Thomas Maron, das Emsbett bei Schöneflieth.

Maron ist erfahrener Sondengänger, ausgestattet mit entsprechender Ausbildung und allen Lizenzen, die für diese Aufgabe erforderlich sind. Denn einfach mit der Sonde auf „Schatzsuche“ zu gehen, ist keineswegs erlaubt. Zudem müssen alle Funde zunächst den Archäologen der LWL vorgelegt und gegebenenfalls übergeben werden.

Maron ist zuversichtlich, gerade an der Stelle, des früheren Wasserfalls bei Schöneflieth, direkt am jahrhundertealten Flussübergang von der Burg Schöneflieth zu Stadt, interessante Dinge entdecken zu können. Aber auch ohne sensationelle Funde im Flussbett und in Ufernähe liegen dort bereits jetzt historische Zeugnisse offen, die jahrzehntelang von der Ems bedeckt wurden. So sind aktuell gut die Fundamente der ersten steinernen Brücke über die Ems bei Schöneflieth sichtbar.

Erstmals erwähnt wurde eine Brücke über die Ems bei Burg Schöneflieth Ende des 14. Jahrhunderts in einer Zollrolle der Burg Schöneflieth. Vermutlich handelte es sich hier um eine hölzerne Brücke. Diese wurde im 30-jährigen Krieg durch die „Kaiserlichen“ und Schweden zerstört.

Die steinerne Brücke stammt aus den Jahren 1667/68 und wurde durch die fürstbischöflichen Ingenieure Spöde und Pictorius erbaut, wie die Leiterin der Archäologie des LWL, Dr. Sandra Peterneck, aus historischen Quellen berichtet. Diese Brücke soll in Verbindung mit einer Mühle gestanden haben. Hierzu wurde im Norden eine Umflut gegraben, die ebenfalls mit einer Brücke überspannt wurde.

Die Emsbrücke bestand aus vier Jochen (Brückenständer) und die Umflutbrücke aus drei Jochen. Durch andauerndes Emshochwasser kam es zur Zerstörung der Mühle, sodass diese und die Umflutbrücke 1686 abgebrochen wurden. 1691 erfolgte eine Erhöhung des Bauwerkes durch den Bischof Friedrich Christian von Münster, 1885 Abbruch der Brücke und Erbauung einer eisernen Brücke, die dann 1940 abgebrochen wurde.

Thomas Maron ist dabei, die Fachgruppe Archäologie des Heimatvereins neu aufzubauen und mit interessanten Aktionen und Themen zu beleben. Dazu werden noch Interessierte gesucht, die daran teilhaben möchten. Interessenten können sich beim Heimatverein Greven unter info@heimatverein-greven.de oder direkt bei Thomas Maron unter thomas.maron@heimatverein-greven.de sowie an den Öffnungstagen des Heimathauses melden.

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