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Elisabeth Frische verstorben

Grande Dame der Familienforschung

Greven

Die bekannte Grevenerin Elisabeth Frische ist im Alter von 90 Jahren verstorben.

pbe/pm

Elisabeth Frische hatte auch vor Computern und dem Internet keine Angst und lernte ständig hinzu.

Die bekannte Grevenerin Elisabeth Frische ist tot. Sie verstarb am Samstag im Alter von 90 Jahren in einem Emsdettener Seniorenheim.

Frische war vielen Grevenern vor allem als Familienforscherin bekannt. 2015 gründete sie einen entsprechenden Arbeitskreis im Grevener Heimatverein. Mit ihren Untersuchungen über die Grevener Auswanderer nach Amerika im 19. Jahrhundert und über die Grevener Gefallenen im Ersten Weltkrieg leistete die „Grande Dame der Familienforschung“ wichtige Beiträge zur Stadtgeschichte.

Geboren in Breslau, kam Elisabeth Frische 1946 mit ihrer Mutter und sechs Geschwistern nach Greven. Sie besuchte die pädagogische Akademie in Emsdetten und arbeitete dann als Volksschullehrerin, zunächst in Emsdetten und von 1973 bis 1990 an der St.-Martini- Grundschule. Ihrer Zeit voraus, ließ sie sich 1982 für den Umgang mit Schülern ausländischer Herkunft fortbilden, lernte Türkisch und besuchte ihre türkischen Schüler zuhause, um das Vertrauen der Eltern zu gewinnen und den Kindern den Weg ins deutsche Bildungssystem zu bahnen.

In Greven engagierte sich Elisabeth Frische zuerst in der Katholischen Frauengemeinschaft und als Diözesanreferentin. 1969 trat sie in die CDU ein und wurde dort zu einer Protagonistin für Gleichberechtigung von Frauen in Politik und Gesellschaft. Von 1972 bis 1975 war sie Ratsherrin. Sie engagierte sich für Kinderbetreuung und mehr Chancen für Frauen. Dass Gleichberechtigung damals noch keinesfalls eine Selbstverständlichkeit war, musste sie auch am eigenen Leibe erfahren und legte ihre politischen Ämter 1975 nieder.

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