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Ärger um FMO-Feuerwehr

„Haben keinen Antrag gestellt“

Greven

Nein, stellt FMO-Chef Stöwer klar, einen Antrag auf Umwandlung der Werksfeuerwehr in eine Betriebsfeuerwehr habe man nicht gestellt. Man wolle der Stadt Greven keine Kosten aufbürden. Dennoch ist man im Rathaus weiterhin sehr verstimmt.

Peter Beckmann

Wenn das Terminal des FMO brennen würde ist zur Zeit die Flughafenfeuerwehr zuständig. Das soll sich nach Plänen des Flughafens bald ändern. Foto: FMO

Wenn ein Journalist mit dem Bürgermeister spricht, kann es schon mal vorkommen, dass über zwei leicht unterschiedliche Themen gesprochen wird und es keiner merkt. Und das führt dann dazu, dass der Chef des Flughafens am Frühstückstisch sich „fast am Brötchen verschluckt“. Grund dafür war der Artikel in der gestrigen Ausgabe. Tenor der Geschichte: Der Flughafen habe einen Antrag auf Wandel der Werksfeuerwehr in eine Betriebsfeuerwehr gestellt und darüber die Stadt nicht informiert. Gerd Stöwer, Geschäftsführer des FMO, stellt indes klar. „Diesen Antrag haben wir nicht gestellt.“

Sauer war Vennemeyer dennoch. Denn obwohl dieser Antrag formell nicht gestellt wurde, ist die Betriebsfeuerwehr unter anderen Begründung eines anderen Vorhabens des FMO. Der Flughafen hatte einen Antrag an die Bezirksregierung gestellt, die im aktuellen Werkfeuerwehrbescheid festgelegte Aufteilung der erforderlichen Einsatzkräfte zwischen hauptamtlichen Feuerwehrleuten des FMO und nebenamtlichen Feuerwehrleuten – zum Beispiel die Kofferpacker – zu verändern. Der Grund: „Die Situation auf dem Markt von Feuerwehrkräften ist extrem angespannt, wir bekommen einfach keine Feuerwehrleute mehr“, sagte Stöwer im Gespräch mit unserer Zeitung. Dementsprechend möchte der FMO pro Schicht einen nebenberuflichen gegen einen hauptberuflichen Feuerwehrmann austauschen.

In der Stadtverwaltung sauer aufgestoßen ist aber die Begründung dieses Antrages an die Bezirksregierung. „Der Antrag wird unter anderem auch damit begründet, dass die Werksfeuerwehr ja sowieso in eine Betriebsfeuerwehr umgewandelt werde und es sich daher nicht lohnen würde, noch neue Feuerwehrkräfte einzustellen“, erklärte Uwe Kunze vom Fachdienst Recht der Stadtverwaltung. Diese Begründung habe die Verwaltung doch sehr geärgert. „Das hat uns überhaupt nicht gefallen. Es wird so getan, als sei dafür schon ein Weg gefunden worden“, sagte Kunze. Das sei aber nicht so. „Da laufen aktuell noch Gespräche, das ist der Flughafen noch in der Bringschuld.“

Ein weiterer Grund für die Verärgerung sei die Tatsache, dass der Flughafen schon – ohne Absprache mit der Stadt – einen Brandschutzsachverständigen beauftragt habe ein neues Brandschutzkonzept zu erstellen. „Da wollen wir natürlich mitreden und die Gegebenheiten der Grevener Feuerwehr mit einfließen lassen“, sagte Kunze.

Stöwer sieht das allerdings unkritisch. „Wir haben zwar einen Gutachter bestellt, aber da ist noch nichts passiert. In der kommenden Woche werden erste Gespräche mit dem Gutachter zusammen mit Vertretern der Stadt geführt.“

Von Seiten der Stadt sei aber auf jeden Fall klar, dass bei einem Wandel der Werksfeuerwehr des Flughafens in eine Betriebsfeuerwehr keinerlei Kosten auf die Stadt zukommen dürfen. „Im schlimmsten Fall müssten wir ja eine Feuerwache am Flughafen bauen“, verdeutlicht Kunze.

Aber auch Stöwer sieht das so. „Bürgermeister Vennemeyer und ich sind uns einig, dass für den Fall einer mittelfristigen Umwandlung der FMO-Werkfeuerwehr in eine Betriebsfeuerwehr nur eine Lösung herauskommen darf, die nicht zu einer Verschiebung der Kosten von der FMO GmbH zur Stadt Greven führen würde.“

Für die 25-köpfige Werksfeuerwehr zahlt der FMO momentan 2,5 Millionen Euro pro Jahr.

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