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Neuer Gedenkstein für die NS-Opfer Franciszek Banaś und Wacław Ceglewski

„Identität und Würde zurückgegeben“

Greven

Anlässlich des 80. Jahrestages ihrer Hinrichtung werden die beiden NS-Opfer Franciszek Banaś und Wacław Ceglewski nun endlich einen würdigen Gedenkstein mit ihren Namen bekommen.

Diesen Stein hat der münsterische Steinmetz Götz Kerkemeier für die Gedenkstätte gestiftet. Foto: Leclaire

Ein Gedenkstein zum 80-jährigen Erinnerungsjubiläum an eine nationalsozialistische Bluttat: Der münsterische Steinmetz Götz Kerkemeier hat spontan für die Gedenkstätte von Franciszek Banas und Waclaw Ceglewski ein würdiges Mahnmal gespendet.

Am 14. August 1942 wurden die polnischen Zwangsarbeiter Franciszek Banaś und Wacław Ceglewski wegen angeblichen „verbotenen Umgangs“ mit einer deutschen Frau von der Gestapo Münster in den Bockholter Bergen bei Greven hingerichtet.

Lange Zeit spielte der Hinrichtungsort im öffentlichen Bewusstsein keine Rolle. Erst durch die Initiative der Messdienerschaft in Gimbte wurde im Jahre 2001 in der Nähe ein zunächst provisorischer Erinnerungsort mit einem Kreuz und einem kleinen Gedenkstein angelegt. Die Namen der Ermordeten erfuhr man dort zunächst nicht, schreibt der Historiker Christoph Leclaire, der sich bereits seit vielen Jahren mit dem Schicksal von Franciszek Banaś und Wacław Ceglewski beschäftigt.

Doch gerade an einem solchen Gedenkort sei die Nennung der Namen der Opfer des Nationalsozialismus von zentraler Bedeutung. „Schließlich lässt sich nur so ganz konkret an Individuen und deren Schicksale erinnern“, betont Leclaire.

Anlässlich des 80. Jahrestages ihrer Hinrichtung werden die beiden NS-Opfer Franciszek Banaś und Wacław Ceglewski nun endlich einen würdigen Gedenkstein mit ihren Namen bekommen. Damit wird das langjährige Vorhaben von VVN-BdA Münster und Bündnis 90/Die Grünen Greven endlich Realität.

Ermöglicht wird dies durch den Steinmetz Götz Kerkemeier von Flora-Grabmale in Münster-Handorf.

Schon beim ersten Treffen mit ihm an der Gedenkstätte zeigte sich Kerkemeier sehr berührt vom Schicksal der beiden ermordeten Polen. Es sei heute unvorstellbar für ihn, wie „diese Jungs“ dort einfach so erhängt worden seien.

Überzeugt davon, wie wichtig die Erinnerung an dieses und andere Verbrechen ist der NS-Zeit sei, machte er direkt vor Ort das großzügige Angebot, den zukünftigen Gedenkstein zu spenden.

Die vorab geplante Spendenaktion zur Finanzierung des Steins wurde mit dieser sehr großzügigen Geste glücklicherweise hinfällig.

Mittlerweile ist der passende Stein gefunden: ein außergewöhnlicher und in seiner rötlichen Färbung untypischer bzw. sehr seltener Ibbenbürener Sandstein. In den kommenden Tagen wird er bearbeitet und mit einer Inschrift versehen.

Der Gedenkstein soll bei der erneut von der VVN-BdA Münster zusammen mit den Grevener Grünen organisierten Gedenkveranstaltung am 14. August um 15 Uhr in den Bockholter Bergen eingeweiht werden. „Damit wird den beiden NS-Opfern am Ort des Verbrechens endlich ihre Identität und auch ein Stück ihrer Würde zurückgegeben“, freut sich Christoph Leclaire.

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