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Reckenfelder Tafel freut sich über ausgeprägte Spendenbereitschaft

In der Not zusammengehalten

Reckenfeld

Für die Tafeln war 2022 ein schwieriges Jahr: Mehr Kunden, weniger Lebensmittel – die Herausforderungen konnten nur gemeistert werden, weil es viele Unterstützer und Spender gab.

Für die Tafeln, auch jene in Reckenfeld, war das Jahr 2022 sehr herausfordernd. Umso dankbarer ist man Foto: oh

Für die Menschen, die sich bei der Tafel mit Lebensmitteln versorgen (müssen), war 2022 alles andere als ein leichtes Jahr. Gleiches gilt aber auch für die Menschen, die sich ehren- und hauptamtlich für die Tafeln engagieren. Sie mussten eine deutlich gestiegene Zahl von Hilfesuchenden „managen“. Folge des Ukraine-Krieges, aber auch der Inflation und der Energie-Krise, die mehr Menschen dazu zwang, ihre Hemmschwelle zu überwinden und zur Tafel zu gehen.

Zugleich kamen weniger Lebensmittel-Spenden der unterstützenden Geschäfte bei den Tafeln an. In Kombination führte dies zu einer überaus angespannten Lage. Es gab Tage, auch in Greven und Reckenfeld, wo die Helfer kaum wussten, was sie den Kunden in die Taschen legen sollten.

Und doch oder gerade deshalb sagt Brigitte Ransmann von der Reckenfelder Tafel: „Das war ein bombiges Spendenjahr.“ Die Unterstützung der Ausgabestelle im Ortsteil sei „richtig super“ gelaufen. Weshalb es ihr ein Anliegen ist, „ein dickes Dankeschön“ auszusprechen.

Und nicht nur die Unterstützung von außerhalb sei hervorragend gelaufen, auch für die Bereitschaft des ehrenamtlichen Teams, sich reinzuhängen, treffe dies zu. „Wenn man da nicht zusammengehalten hätte, hätte es nicht funktioniert“, sagt sie zu manch schwieriger Situation. „Da war schon viel Engagement und Teamgeist dabei.“

Auch Ernestine Thye aus dem Reckenfelder Tafel-Team bestätigt den Eindruck, dass die Menschen „ihre“ Tafel besonders unterstützt haben, als es eben besonders nötig war (und weiter ist). Viele Reckenfelder hätten nach entsprechenden Aufrufen dankenswerterweise Lebensmittel oder Gutscheine gespendet. Mit letzteren konnte die Tafel dann Lebensmittel zukaufen und so den Mangel in den Regalen ausgleichen. „Wir freuen uns natürlich sehr darüber“, sagt die Reckenfelderin. Vielen Menschen sei die prekäre Lage der Tafel bewusst gewesen – und sie hätten die richtigen Schlüsse daraus gezogen. Und das, obwohl viele Menschen ja selbst durch steigende Preise arg belastet seien. „Viele spenden aber trotzdem“, hat Thye festgestellt.

Vor allem gebe es „viele Privatleute, die uns etwas bringen“. Das führe dazu, dass man auch in Zeiten merklich gestiegener Nutzerzahlen „trotzdem weiter alle versorgen“ könne. Die Tafel wird zudem von Vereinen und Unternehmen unterstützt, die die Not sehen und entsprechend reagieren. Mit Geldspenden, Gutscheinen oder eben mit Sachspenden.

Sie gleichen damit auch einen Wegfall von Lebensmitteln aus, der unter anderem deshalb entsteht, weil in machen Geschäften Lebensmittel in „Rettertüten“ oder ähnlichem verlauft werden, die sonst bei der Tafel gelandet wären.

Wer nun glaubt, die Tafel brauche angesichts der vielen Spenden ja nun keine weitere Unterstützung mehr, täuscht sich. Denn jede Woche aufs Neue werden Lebensmittel gebraucht, die beim Ausgabetermin am Mittwoch an die Hilfesuchenden weitergeben werden. Benötigt werden vor allem haltbare Lebensmittel wie Nudeln und Reis, Konserven, Mehl, Honig, Marmelade, Zucker, Gewürze, Öl, Kaffe, Tee, Backzutaten und ähnliches.

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