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Blood, Sweat & Tears im Zirkuszelt

Johnny Cash sorgte für Bandnamen

Greven

Blood, Sweat & Tears spielen am Samstag, 9. Oktober, als Headliner beim Beatclub Festival-Circus auf dem Platz vor dem Hallenbad. Ein Konzert im Zelt? Nichts Neues für die Band aus den USA.

Von Peter Beckmann

Bei einem Video-Gespräch mit Albert Sahle und Ralf Wietkamp, erster und zweiter Vorsitzender des Beatclubs Greven, präsentiert Larry Dorr, Manager der Band Blood, Sweat & Tears, diverse Geschichten. Foto: Peter Beckmann

Eigentlich haben Johnny Cash und die Gruppe „Blood, Sweat & Tears“ ja überhaupt nichts miteinander zu tun – musikalisch nicht und auch sonst. Aber: Johnny Cash hat dafür gesorgt, dass die Band so heißt wie sie heißt. „Die erste Formation der Band hatte einen Gig, aber keinen Namen“, erzählt Larry Dorr, Manager der Band. „Als man sie dann danach fragte, lag da zufällig die LP „Blood, Sweat & Tears“ von Johnny Cash auf dem Tisch und so wurde die Band dann benannt.“ Diese, und viele andere Geschichten präsentierte Dorr bei einem Video-Gespräch mit Albert Sahle und Ralf Wietkamp, erster und zweiter Vorsitzender des Beatclubs Greven.

Warum sich die drei unterhalten? Nun, Blood, Sweat & Tears (BST) spielen am Samstag, 9. Oktober, als Headliner beim Beatclub Festival-Circus auf dem Platz vor dem Hallenbad. Ein Konzert im Zelt? Nichts Neues für die Band aus den USA. „Wir haben vor sieben Jahren schon mal in Deutschland in einem richtigen Zirkuszelt gespielt, das war richtig klasse“, schwärmt Dorr.

Er und seine Musiker werden extra für das Konzert aus den Staaten nach Greven anreisen. „Wir freuen uns riesig auf das Konzert, unsere deutschen Fans sind schon etwas besonderes“, schwärmt Dorr. Und das, obwohl BST besonders in Europa nicht so richtig erfolgreich waren. In den Staaten sammelte die Band eine Goldene Schallplatte nach der anderen, war sogar einmal Spitzenreiter bei den verkauften LP in den USA. „In Deutschland und Europa wurden unsere Songs nicht im Radio gespielt und deshalb kannte man uns zunächst überhaupt nicht“, erinnert sich Dorr. Aber: Das änderte sich langsam aber sicher. Hits wie „Spinning Wheel“, „And when i die“ oder natürlich auch „Hi-De-Ho“ wurden mit Verspätung auch in Deutschland bekannt.

Fragt man Larry Dorr, wie er die Musik der Band bezeichnen würde, muss er nicht lange überlegen. „Es ist eine Fusion von Rock, Jazz und Blues.“ Das Ganze unterstützt von einer Bläser-Gruppe. Und das war damals neu. Obwohl: „Unsere Fans sagen, dass wir die ersten mit einer Bläsergruppe waren, die Fans von Chicago behaupten das auch“, schmunzelt er. Aber darüber habe es nie Streit gegeben. „Wir haben sogar zwei Konzert zusammen mit Chicago gespielt.“

Eine Frage hört der Manager sichtlich nicht gerne. Es ist die Frage nach den Original-Mitgliedern der Band. „Diese Diskussion passt nicht zu unserem Projekt. Hier geht es nicht um Personen, hier geht es um die Musik. Die steht im Mittelpunkt“, erklärt er. Und er sagt, dass die Zahl der Bandmitglieder, die bei Wikipedia aufgeführt ist, völlig untertrieben sei. „Die Band hatte nicht 50 Mitglieder, es waren wohl 250 und mehr.“

Aber: Es seien immer Spitzenmusiker gewesen und sind es auch aktuell. „Die Musiker spielen bei Blood, Sweat & Tears, aber auch bei anderen Gruppen. Und wenn sie dann neue Projekte machen, nehmen wir neue Musiker. Oder es gibt auch Musiker, die einfach zu alt werden und aufhören“ Einer der „Ur-Väter“ von Blood, Sweat & Tears, Bobby Colomby, sei ständig auf der Suche nach Spitzen-Musiker. „Der schaut bei Youtube oder auf anderen Kanälen und hat zum Beispiel unseren aktuellen Drummer bei ,The Voice‘ im Fernsehen entdeckt.“ Und so wurde dann aus einem Ranger ein Berufsmusiker.

Fans haben Blood, Sweat & Tears in den USA und auch in Europa reichlich. Aber: das Verhältnis war auch mal sehr getrübt. Denn in der Zeit des Eisernen Vorhangs spielte die Band eine Tournee im Ostblock und trat anschließend als erste Rockband in Las Vegas auf. „All das fanden unsere Fans, die damals fast alle Hippies waren, unterirdisch und haben uns eine ganze Zeit ignoriert“, erinnert sich Dorr. Aber: Da ist wieder alles gut, die Fans nehmen inzwischen ihre Kinder und sogar ihre Enkelkinder mit zu den Konzerten von Blood, Sweat & Tears. „Und das macht uns mächtig stolz.“

In den vergangenen Tagen hatte Dorr gar einen Anruf von einem Schweizer Fan, der nach Greven zum Konzert kommen will. „Der wollte wissen, ob wir auch die alten Hits spielen. Das machen wir natürlich“, versichert der Manager. Zusätzlich gebe es auch ein paar neuere Sachen. „Oft sind das Stücke von anderen Bands, die wir neu interpretieren.“

1000 Menschen fasst das Zelt in Greven. „Ist das eigentlich für euch zu wenig?“, will Ralf Wietkamp wissen. „Nein“, sagt Dorr mit dem Brustton der Überzeugung. „Wir haben schon vor weniger Menschen gespielt. Die Hauptsache ist, dass da Menschen im Publikum sind, die unsere Musik lieben.“

Blood, Sweat & Tears spielen am Samstag, 9. Oktober, im Zelt am Hallenbad. Als Vorgruppe treten Mr. Big Fat Mad Moose & The Soulfamil auf. Tickets für das Doppelkonzert gibt es für 44 Euro bei Greven Marketing und bei Passepartout an der Münsterstraße.

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