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Evangelische Gemeinde: Ines Wellenbrock als Kita-Leiterin verabschiedet

Kein Abschied für immer

Reckenfeld

2015 übernahm Ines Wellenbrock die Regenbogen-Kita und trieb den Neuaufbau der Einrichtung entscheidend voran. Nun wurde sie verabschiedet, sie zieht nach Süddeutschland.

Stefan Bamberg

2015 übernahm Ines Wellenbrock die Regenbogen-Kita und trieb den Foto: Stefan Bamberg

Ohne das Gottesdienst-Comeback hätte es ein ziemlich trostloses Ende werden können. Eine Nachricht, die irgendwo im Corona-Orbit verschwunden wäre: Leiterin Ines Wellenbrock verlässt den evangelischen Kindergarten „Unter dem Regenbogen“.

So aber erhält Wellenbrock doch noch die Chance, sich einigermaßen normal von der Gemeinde zu verabschieden. Beziehungsweise auch gebührend verabschiedet zu werden: „Von Dir kann man lernen“, betont Pfarrer Uwe Völkel, „wie man Kinder schon ganz früh dazu ermutigt, eigene Entscheidungen zu treffen.“ Diese Philosophie, meint er, bleibe der Kita erhalten – auch wenn ihre Kapitänin jetzt geht, und bislang auch noch keine Nachfolge feststeht.

Wellenbrock hatte die Kita-Leitung im Jahr 2015 übernommen – in einer schwierigen und führungslosen Phase. „Mit Gestaltungskraft und Deiner Vorliebe fürs offene Wort hast Du den Neuaufbau der Einrichtung maßgeblich vorangetrieben“, bilanziert Völkel. Eine Frau der klaren und mutigen Entschlüsse – das zeigt sich übrigens auch bei ihren zukünftigen Plänen: Mit Mann Tim und Sohn Stian zieht sie in dieser Woche ins Allgäu und erfüllt sich damit einen Lebenstraum – dessen Verwirklichung letztlich keiner der Reckenfelder Gemeinde-Verantwortlichen Steine in den Weg legen wollte.

Die Möglichkeit zum großen Tapetenwechsel hatte sich für die junge Familie recht kurzfristig ergeben: Die Wellenbrocks haben in Süddeutschland schnell eine Wohnung und vor allem beide bereits neue Arbeitsstellen gefunden. „Da haben wir riesiges Glück gehabt“, weiß das Ehepaar. Leicht fällt das Tschüss-Sagen aber trotzdem nicht.

Draußen spielt als Überraschung eine kleine Posaunenchor-Abordnung auf. Uta Rodenberg singt eine extra neu getextete Version des modernen Kirchenliedes „Das wünsch‘ ich Euch“. Und obschon man Tränen unter Masken gut verstecken kann, brechen in diesem Moment nicht alle – aber doch so einige Dämme. Kein Wunder: Ines Wellenbrock ging selbst in den Regenbogen-Kindergarten, als der noch nicht so hieß. Sie wurde von Uwe Völkel in der Erlöserkirche konfirmiert, später hat sie hier geheiratet. Sie ist Reckenfelderin, schon immer.

Ein Lebewohl für immer ist‘s für Familie Wellenbrock daher sicherlich nicht: Verwandten-Besuche und eine Abschiedsparty – die es nach Corona vielleicht geben soll – stehen auf der Liste. Ines und Tim Wellenbrock versprechen: „Natürlich werden wir ab und zu mal hier hochfahren.“ Hoch fahren – vom Allgäu aus betrachtet ist Reckenfeld in der Tat der ganz hohe Norden . . .

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