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ReKaGe hat die nächste Session abgesagt

Keiner will ein zweites Heinsberg

Reckenfeld

Der ReKaGe-Vorstand hat die Entscheidung gefällt, die Karnevalisten sind sehr traurig.

Günter Benning

Prinz Reinhard Schewe bleibt länger im Amt. Foto: Jannis Beckermann

Klaus Berndt, neuer Präsident der Reckenfelder Karnevalsgesellschaft, hätte sich sein erstes Jahr im Amt auch lustiger vorgestellt. Doch der ReKaGe-Vorstand hat eine Entscheidung gefällt, die einem Karnevalisten echt weh tun muss. Die nächste Session fällt aus.

„Die Vögel zwitschern es von den Ästen, die ReKaGe feiert am besten“, steht noch auf der Startseite des Internetauftritts der Reckenfelder Narren.

Dieses Jahr gilt das nicht: Kein Kinderkarneval, keine Proklamation, kein Grünkohlorden. „Ich arbeite selbst im Krankenhaus“, sagt Klaus Berndt, „ich sehe am laufenden Band, was passiert.“ Das Corona-Risiko wolle man nicht eingehen.

Wobei die Absage einer Session für einen Verein wie die ReKaGe riskant ist.

Die Künstler, die an den Festabenden auftreten sollten, sind seit langem gebucht. Nach dem Karneval ist in der Branche vor dem Karneval. Wer die besten Musiker und Spaßmacher haben will, muss früh reservieren.

„Wir hoffen“, sagt Berndt, „dass die Agenturen sich auf eine Auflösung der Verträge einlassen.“ Am besten gleich mit der Aussicht auf ein Engagement in der nächsten Session.

Betroffen von dem Aus sind vor allem auch die Tanzgruppen der ReKaGe. Die Reckenfelder haben eine lange Tradition, ab sechs Jahren können hier Kinder einsteigen.

Die Roten Funken, die Tanzgarde, Uschis Gardetanz und die Trienen vom Walgenbach – sie alle trainieren für den großen Auftritt im Karneval. Seit der letzten Session gibt es sogar eine Männertanztruppe.

Zuerst hatte man mit zweiwöchigem Training begonnen. Aber die Gruppen wollen trotz des Sessions-Aus wieder wöchentlich üben. „Wir hoffen“, sagt Berndt, „dass die Eltern mitmachen.“

Einem Reckenfelder verschafft Corona eine verlängerte Amtszeit: Prinz Reinhard Schewe war schon 2004 und 2020 Prinz – im Fußball würde man sagen, jetzt kommt der Hattrick.

Während die ReKaGe die Session schon abgeblasen hat, warten andere Vereine ab. Die KG Emspünte hat Ende August noch eine Sitzung, in der man über die nächste Session entscheiden will. Aber der allgemeine Trend unter den Mitgliedern ist eher skeptisch.

Die feierfreudigen CCFfLer haben das Ballenlager schon gebucht. Präsident Helge Falkner könnte sich vorstellen, mit reduzierter Teilnehmerzahl, die an Tischen platziert sind, trotz Corona zu feiern: „Vielleicht kann man den Außenbereich hinzunehmen und stimmungsvoll beleuchten.“ Im Winter ein gewagter Plan.

Als die ReKaGe in einer Vorstandssitzung über die Zukunft der Session entschied, rief man auch den Wirt des Deutschen Hauses Michael Hillmann dazu. Auch er habe, so Präsident Klaus Berndt, zugestimmt. Niemand unter den Karnevalisten will ein zweites Heinsberg erleben.

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