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Luhns heißt jetzt „SoProNem Greven GmbH“

Kunden kommen wieder zurück

Reckenfeld

Im ehemaligen Luhns Werk geht die Arbeit weiter. Treue Kunden, heißt es, seien zurückgekommen. Auch entlassene Mitarbeiter fanden einen neuen Job.

Oliver Hengst

Die Produktion im ehemaligen Luhns-Werk (inzwischen „SoProNem Greven GmbH“) wird wieder hochgefahren, die Mitarbeiterzahl wurde zwischenzeitlich sogar aufgestockt. Foto: Oliver Hengst

Die Mitarbeiter sehen wieder ein Licht am Ende des Tunnels. Ihr große Hoffnung: Vielleicht wendet sich nun endlich alles zum Guten. Im ehemaligen Luhns-Werk konzentrieren sich die Kollegen auf die Arbeit – allein das eine gute Nachricht. Aktuell arbeiten 104 Menschen am Standort, der inzwischen unter dem Namen „SoProNem Greven GmbH“ firmiert. Betriebsratsvorsitzender Flaviano Cairo sagt: „Wir haben inzwischen sieben wieder zurückgeholt, die gehen mussten.“ Ziel sei es, weitere der rund 40 nicht übernommen Ex-Kollegen wieder in Lohn und Brot zu bringen – und zwar „so viele wie möglich.“

Er sieht sehr positive Anzeichen: „Langsam geht es bergauf. Die Kunden kommen wieder, die Aufträge kommen wieder. Dafür braucht man Leute“, sagt Cairo, der bei der laufenden Betriebsratswahl erneut kandidierte, um erneut Vorsitzender des Mitarbeiter-Gremiums zu werden.

Zum Hintergrund: Das ehemalige Luhns-Werk hatte in den vergangenen Jahren durch Insolvenzen mehrfach den Besitzer gewechselt. Auch die Thurn-Gruppe, bis Februar Eigner des Werkes, geriet in Schwierigkeiten. Der neue Besitzer ist eine Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in München: Quantum Capital Partners (QCP). Fragen unserer Redaktion zur Situation im Reckenfeder Werk ließ die Gesellschaft unbeantwortet. Der Homepage ist zu entnehmen, dass die „AT Abfüllbetrieb Greven GmbH als Add-on für den SoProNem Standort in Nemours, Frankreich“ erworben wurde, um so die Produktionskapazität von Wasch- und Reinigungsmitteln auf über 350 000 Tonnen pro Jahr zu erhöhen. Für 2018 werde ein Umsatz von 50 Millionen Euro angestrebt. Im französischen Standort von SoProNem (ehemals Henkel) wird unter anderem das bekannte Spülmittel „Pril“ hergestellt. Die „Nähe zum vornehmlich deutschen Kundenstamm“ war laut Quantum-Homepage offenbar eines der kaufentscheidenden Kriterien. Der Standort Reckenfeld ergänze SoProNem in Frankreich „optimal“, dank einer „Vielzahl an modernen Anlagen“ könne in Reckenfeld „eine große Bandbreite an Flüssigwaschmitteln hergestellt, abgefüllt und gelabelt“ werden.

In Reckenfeld wird aktuelle in zwei Schichten gearbeitet. Der Wegfall von Gehalts-Zulagen, die es beim zuvor üblichen Drei-Schicht-System noch gab, macht sich für die Mitarbeiter finanziell bemerkbar: „Die Nacht- und Schichtzulagen gehen flöten. Wir werden erstmal weniger verdienen“, bedauert Cairo. Doch im Herbst würden die Tarifkommissionen darüber neu verhandeln, Cairo ist auch hier erstmal grundsätzlich optimistisch. „Es ist wichtig, dass es weitergeht. Wir haben viel Kundschaft verloren, weil sich zuletzt monatelang nichts getan hat.“ Nicht zum ersten Mal in der zuletzt sehr wechselvollen Firmengeschichte. Im Hoffen und Bangen hat die Belegschaft eine gewisse Routine entwickelt.

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