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Greven

Kunst in der Nachbarschaft

Laura Güttler

Greven - Der Student an der FH in Münster für Design, Bennet Grüttner (23), kann es selbst noch nicht ganz fassen, dass er die beiden Schallschutzwände an der Jürgen- Hornemann-Straße mit einer Gesamtfläche von 180 Quadratmeter besprüht hat. „Die Größe ist beeindruckend“, versucht der Künstler, der bis zu diesem Zeitpunkt nur kleinere Aufträge auf seinem Konto verbuchen konnte, sein Staunen in Worte zu fassen.

Die Vollendung des Werkes dauerte gut zwei Wochen. „Mit dieser Zeitspanne habe ich gerechnet“, verrät der Graffitisprayer. Die Vorbereitungen nahmen aber mehr Zeit in Anspruch als gedacht. „Ich habe meinem Auftraggeber, Architekten Mariusz Milkowski, mehrere Skizzen vorgelegt. Trotz meiner Bemühungen war aber das Richtige erst nicht dabei“. Das jetzige Motiv war reiner Zufall. „Vor geraumer Zeit hatte ich die Köpfe entworfen“. Aber genau diese Bildidee traf den Geschmack des Architekten. Nachdem das Motiv und die Farben ausgewählt worden war, ging alles sehr schnell. Ein Gerüst wurde aufgebaut, der Design-Student konnte los legen.

Der Hintergedanke bei der Wahl der Idee ist einfach und genial zugleich. „Die Köpfe stehen für jeden Bewohner der Straße“, erklärt Grüttner, der durch sein Kunstwerk das Projekt „soziales Wohnen“ ein Stück mit unterstützt.

Über die Farbwahl sagt es: „So fällt das Kunstwerk auf, aber trotzdem ist es nicht mit Farbe überladen.“

Der Design-Student, der schon mehr als zehn Jahren zur Graffitiszene gehört, kam zufällig an den Auftrag. Steffen Krüger, Geschäftsführer des „Skaters Palace“ in Münster brachte Auftraggeber und Künstler zusammen. „Die Zusammenarbeit klappte reibungslos“, beschreibt Grüttner das Arbeitsklima mit Milkowski. „Der Architekt ist mit mir und meinem Werk zufrieden, daher kann ich auf weitere Aufträge seitens Milkowski hoffen.“

Kritiken, dass Graffiti keine Kunst sein, weißt er zurück. „Jeder Pinselstrich ist Kunst“, so Grüttner, der schon selbst zahlreiche Diskussionen mit Gegnern der Graffiti- Kunst hatte. „Allerdings kann ich auch diejenigen verstehen, die Graffiti nicht gerne an ihren Hauserwänden sehen wollen“, räumt der Künstler mit den Spraydosen ein.

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