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Es gibt mutmaßlich Verbindungen nach Greven

LKA sucht weltweit nach der „Cryptoqueen“

Greven

Es geht um den Vorwurf des Betrugs und um extrem viel Geld. Nun wird nach einer „Cryptoqueen“ gesucht, die auch Verbindungen nach Greven haben soll.

Seit Mitte September stehen zwei Grevener und ein Münchner vor dem Landgericht. Ihnen wird Betrug mit einer möglicherweise nur erfundenen Kryptowährung vorgeworfen. Die wurde weltweit verkauft, der Gesamtschaden dürfte bei vielen Millionen Euro liegen. Allein die beiden Grevener sollen 360 Millionen Euro von Anlegern angenommen und transferiert haben. Die Anklage wirft den Angeklagten vor, die „Cryptoqueen“ Ruja Ignatova beim Betrug unterstützt zu haben.

Eben diese „Cryptoqueen“ wird nun per öffentlichem Fahndungsaufruf gesucht. Das geht aus einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Bielefeld und des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen hervor. Demnach suchen Zielfahnder des LKA weltweit nach Dr. Ruja IGNATOVA, geboren am 30. Mai 1980 in Russe (Bulgarien).

Bei dem bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld geführtes Ermittlungsverfahren gegen die Gesuchte geht es um gemeinschaftlichen Betrug im besonders schweren Fall sowie Geldwäsche.

„Die Gesuchte steht im Verdacht, als treibende Kraft und geistige Erfinderin der vermeintlichen Kryptowährung „OneCoin“ weltweit Investoren veranlasst zu haben, in diese tatsächlich wertlose „Währung“ zu investieren. Insoweit wurden die Anleger über die technischen Hintergründe des sogenannten „Minings“ getäuscht.“, heißt es in der Pressemitteilung.

Der vermeintliche, stetig steigende Wert des „OneCoin“ soll unter Verantwortung der Beschuldigten Dr. Ignatova intern vorgegeben worden sein und gerade nicht auf Marktmechanismen beruhen, so der Vorwurf. Der bislang in dem Verfahren festgestellte Betrugsschaden liegt bei etwas mehr als 88 Millionen Euro. Der weltweit verursachte Schaden dürfte deutlich höher sein.

Seit Oktober 2017 ist die Beschuldigte untergetaucht und unbekannten Aufenthaltes. Sie dürfte auf Grund ihren Taten über erhebliche finanzielle Mittel und weltweit über Unterstützer und Kontaktpersonen verfügen.

Zusätzlich zu den bestehenden Haftbefehlen wird jetzt auch die weltweite Öffentlichkeitsfahndung nach der Flüchtigen eröffnet.

Dabei steht eine Fahndung unter Einbindung aller 194 Interpol-Mitgliedsstaaten im Vordergrund. Die Interpol-Fahndung nach Dr. Ruja Ignatova wird auf den Social-Media-Accounts (Facebook, Twitter, Instagram) in 194 Ländern geteilt. Darüber hinaus erfolgt eine Veröffentlichung der Fahndung international auf der Europol-Website „Europe‘s Most Wanted Fugitives“ (https://eumostwanted.eu/de).

Ein öffentlicher Fahndungsaufruf erfolgt auch in der ZDF-Fernsehsendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ und über die Facebook- und Twitter-Accounts des Bundeskriminalamtes.

Für Hinweise, die zur Ergreifung der Flüchtigen führen, sind 5000 Euro Belohnung ausgesetzt.

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