1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Greven
  6. >
  7. Macher und Menschenfreund

  8. >

Biobäcker Friedel Brüning hört auf dem Wochenmarkt auf

Macher und Menschenfreund

Greven

Friedel Brüning, inzwischen 68, hat sich die Rente redlich verdient. Und doch schmerzt der Abschied. „Er ist einfach eine Attraktion für den Markt – und nicht nur als Weihnachtsmann“, sagt Cibaria-Geschäftsführerin Rike Kappler.

Oliver Hengst

Im Weihnachtsmann-Kostüm verabschiedete sich Friedel Brüning am Mittwoch von seinen Kunden. Foto: Oliver Hengst

Eine Institution – das sagt sich so leicht. Bei Friedel Brüning aber ist das keineswegs übertrieben. 18 Jahre lang war der Biobäcker als Marktbeschicker fester Bestandteil der Grevener Wochenmärkte. Am Mittwoch endete die Ära. Ein letztes Mal war Brüning in aktiver Rolle am Cibaria-Wagen anzutreffen, künftig wird er den Markt nur noch als Privatmann besuchen.

18 Jahre – „schöne Jahre“, bilanziert Brüning. Ohne die steinige Startphase zu verschweigen. „Die ersten zwei Jahre waren schon schwer. Da musste man sich durchkämpfen“, sagt er. Der Cibaria-Wagen, mit dem er mittwochs und samstags den Grevener Markt ansteuerte, galt anfangs als „Körner-Kiste“. Erst nach und nach setzte eine verstärkte Nachfrage nach Bio-Produkten ein. Heute ist der Biobäcker ganz selbstverständlich Teil des Angebotes.

Das habe er auch vielen Kunden zu verdanken, die ihn unterstützt hätten – mit Käufen, aber auch mit tatkräftiger Mund-zu-Mund-Propaganda. „Das hat viel gebracht“, freut sich Brüning.

Dem es im Übrigen immer wichtig war, nicht nur Waren zu verkaufen, sondern auch einen persönlichen Draht zu den Kunden zu pflegen. „Das ist eigentlich das wichtigste. Ich habe Kunden, die sind vom ersten Tag an dabei.“ Und das nicht von ungefähr. Wenn bei einem langjährigen Kunden-Paar zum Beispiel mal plötzlich einer allein am Wagen steht, erkundigt sich Brüning, wie es denn dem Partner geht, ob alles in Ordnung ist.

Ganz selbstverständlich hat er sich auch immer eingebracht, wenn Aktionen der Marktbeschicker organisiert werden wollten. Ob Erntedank oder Weihnachten – Brüning war dabei. Auch die erfolgreiche Plastikdeckel-Sammlung für Polioimpfungen ging auf seine „Kappe“. „Wir müssen auch den Kunden etwas geben“, sagt er zu den Beweggründen. „Ich fand es immer wichtig, dass wir Marktbeschicker als große Familie gesehen werden.“

Brüning, inzwischen 68, hat sich die Rente redlich verdient. Und doch schmerzt der Abschied. „Er ist einfach eine Attraktion für den Markt – und nicht nur als Weihnachtsmann“, sagt Cibaria-Geschäftsführerin Rike Kappler, die froh ist, dass der Cibaria-Wagen mit neuem Personal weiter auf den Grevener Märkten präsent sein wird.

Startseite