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Der 2. Weltkrieg

Mancher ertrug körperlich und seelisch mehr als zumutbar

Die Chronik wurde wohl verfasst Ende der 1940er Jahre und war noch geprägt von den tiefen Eindrücken der Kriegsereignisse.

Manfred Asche 

Die Gimbter Blasmusiker Ende der 30er Jahre. Foto: Archiv

Herbst 1939 - Kriegsfanfaren!

Auch das Dörfchen Gimbte wurde nicht verschont. Jeder glaubte, seine Pflicht dem Vaterland gegenüber erfüllen zu müssen, wenn es auch politisch verschiedene Meinungen gab.

Man zog den Chorrock aus und den grauen, bald verschmutzten Straßenrock wieder an. Jeder gab sein Bestes her, auch die Kameraden der Feuerwehrkapelle, insbesondere in den letzten Jahren des bösen Kriegseinsatz. Mancher ertrug körperlich und seelisch mehr als zumutbar.

Eine musikalische Betätigung der Kapelle während der Kriegseinsatzjahre war nicht mehr möglich, da ein großer Teil der Kameraden an der „Draußen-Front” und ein Teil an der „Innen-Front” der Kriegsereignisse stand.

Vorn „offener Feindeinsatz”, wie es in der Chronik heißt, hinten „Bombenhagel”.

In der Chronik kann man auch nachlesen, wie sich die Soldaten des Nazi-Regimes nach dem Krieg von Schuld reinwaschen wollten. „Es geziemt dem Schreiber dieser Zeilen (Nachtrag: Carl Gerdemann) nicht über Recht oder Unrecht des Kriegsgeschehens zu urteilen“, heißt es in der Chronik, „wohl aber zu behaupten, dass er – und so spricht er wohl für alle – ehrlich bemüht war, im Krieg seine Pflicht zu tun ohne vermeidbare Härte der Zivilbevölkerung im Feindesland heraufzubeschwören.“

Es gebe keine Kollektivschuld für ganz Deutschland, schreibt er, das müsse gesagt werden, „da wir Soldaten nach dem Kriege allgemein zu unrecht als Verbrecher alle über den Daumen angeprangert wurden. Aber lasst uns Hass nicht mit Hass sühnen wollen.“

Die Chronik wurde wohl verfasst Ende der 1940er Jahre und war noch geprägt von den tiefen Eindrücken der Kriegsereignisse, verbunden mit vielen Verlusten von Musikkameraden und Familienmitgliedern.

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