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Mehr Geld und mehr Arbeit

Anspruch auf Wohngeld erhöht sich im kommenden Jahr

Greven

Im neuen Jahr gibt es mehr Wohngeld. Aber erst einmal muss die Verwaltung es schaffen, die Anträge abzuarbeiten.

-bn-

Typischer Mietwohnungsbau in Greven: Im Hansaviertel leben viele Menschen, die einen Anspruch auf Wohngeld haben. Foto: Peter Beckmann

Karin Antemann spricht von „Zahlfällen“. 507 solcher Fälle haben beim Fachdienst Arbeit und Soziales in diesem Jahr Wohngeld beantragt. Antemann leitet den Fachdienst und hat im Laufe des Jahres eine deutliche Steigerung verzeichnet. Im Januar gab es 460 Auszahlungen. Hinter diesen Zahlen stecken viel mehr betroffene Familienmitglieder.

Alles nichts im Vergleich zu dem, was durch die Wohngeldreform des Bundes zu erwarten ist.

„Wir gehen von bis zu drei Mal mehr Berechtigten“, sagt Antemann.

Statt bundesweit 600.000 dürften ab dem 1. Januar 2013 rund zwei Millionen Menschen Wohngeldanspruch haben. In NRW wird die Zahl von 150.000 auf 450.000 steigen.

Wie viel es in Greven werden, da kann Antemann nur in die Glaskugel blicken. Konkret reagiert hat man aber im Rathaus bereits: Zwei neue Mitarbeiter sind für das Fachdienst-Team schon verpflichtet. Weitere werden gesucht. Denn hinter jedem einzelnen Antrag steckt jede Menge Verwaltungsaufwand.

Der Anspruch auf Wohngeld wird auch in Zukunft sehr individuell berechnet. Einkommen, Mitbewohnerzahl, Wohnungsgröße spielen eine Rolle. Manchmal ist der Zuschuss zur Miete zwei-, manchmal dreistellig. „Es gibt auch Fälle, wo wir ablehnen müssen“, sagt Antemann. Durch die Wohngeldreform erhöht sich die Zahl der Berechtigten und der gezahlte Zuschuss.

Das Wohngeld wird ab 2023 um durchschnittlich 190 Euro pro Monat erhöht, teilt die Bundesregierung mit. Das sei doppelt so wie bisher. Es steigt von jetzt im Schnitt 180 Euro pro Monat auf 370 Euro pro Monat.

1,4 Millionen Haushalte sollen durch die Reform erstmals einen Wohngeldanspruch erhalten. Etwa 380 000 rutschen damit aus der Sozialhilfe oder dem Arbeitslosengeld III. Insbesondere sollen durch die Reform die wachsenden Heizkosten kompensiert werden.

Das gilt übrigens auch für den sogenannten Lastenzuschuss für Hausbesitzer, die Hilfe bei ihren Kreditzahlungen erhoffen dürfen. In Greven ist das jeder Zehnte, der einen Anspruch auf Zuschuss hat. 48 Prozent der wohngeldberechtigen Haushalte sind übrigens Rentner und Rentnerinnen.

Wie so oft, wenn sich in der Verwaltung etwas ändert, warten die Mitarbeiter auf die Vorschriften. Zwar kann man jetzt schon online bei einem Wohngeldrechner der Bundesregierung seinen Anspruch ermitteln. „Aber die IT in NRW funktioniert erst ab April“, sagt Karin Antemann.

„Es ist unglücklich, dass wir den Leuten sagen müssen, ihr könnt Wohngeld beziehen“, erklärt Fachbereichsleiterin Beate Tenhaken, „aber wir können erst später auszahlen.“

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