1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Greven
  6. >
  7. Musik als Balsam für die Seele

  8. >

Peter Finger in der Kulturschmiede

Musik als Balsam für die Seele

Greven

Musik als Balsam für die Seele – mit dem Gitarrenvirtuosen Peter Finger kam am Freitag einer der ganz großen Saitenkünstler auf Einladung der Kulturinitiative in die Kulturschmiede und natürlich war die Resonanz bei den Liebhabern feinster von Hand gemachter Musik ganz groß.

Von Axel Engels

Was dieser sympathische Musiker Peter Finger mit den sechs Saiten seiner Gitarre anfing, grenzte wohl in seiner stark lyrisch bestimmten Art schon an Zauberei. Foto: Axel Engels

Finger bot dem begeistert lauschenden Publikum einen inspirierenden Abend, präsentierte sich bei seinem ersten Auftritt in Greven von seiner besten Seite. Vor kurzem war er ja noch als Organisator der „Internationalen Gitarrennacht“ im Kreis Steinfurt, auch seine Solokonzerte in Rheine zählen dort zu den musikalischen Höhepunkten.

Dass er bei diesem Konzert eine von ihm selbst gebauten Gitarre spielte, zeigte gleichzeitig seine kunstvolle Arbeit als Gitarrenbauer. Er ist eben nicht nur ein renommierter Gitarrist und Komponist, beschäftigt sich überaus professionell auch mit den klanglichen Besonderheiten seines Instrumentes. Er hat sich trotz der vielen Jahren auf allen internationalen Bühnen – wiederholt hat er sich bei Touren in Südamerika von der temperamentvollen Musik inspirieren lassen – seine Liebe zur Musik stets bewahrt, seinen ganz eigenen Stil immer weiter entwickelt.

Als Rückblick in frühere Schaffensperioden begann er mit „Niemandsland“, spielte mit einer schier unglaublichen Leidenschaft und Innigkeit. Mit seiner natürlichen Art schuf er ein intensives Band zum Publikum, und seine kleinen Moderationen gaben einen Einblick in sein Denken und Fühlen, erfuhr man doch auf seine humoristisch eingefärbte Art so manches Detail auch aus seinem Privatlebens.

Wenn er musikalisch der Gemüsesuppe „Fanesca“ huldigte, war dies schon ganz große Kunst. Was dieser sympathische Musiker mit den sechs Saiten seiner Gitarre anfing, grenzte wohl in seiner stark lyrisch bestimmten Art schon an Zauberei. Spieltechnische Schwierigkeiten schien es für ihn nicht zu geben. Er verband Virtuosität, Gestaltungswillen und Ideenreichtum in einer Art, die nur selten anzutreffen ist.

Selten hat man eine so zu Herzen gehende Ballade gehört wie „We’ll meat again“, die er seiner verstorbenen Mutter gewidmet hat. Ob bei brasilianisch eingefärbten Liedern oder der irischen Ballade „Hold my hands“ mit anschließender irischer Landschaftsmalerei zeigte sich, dass er keine äußeren Effekte braucht, um seine Zuhörer zu fesseln.

Immer wusste er den passenden gefühlsmäßigen Ausdruck in sein klangfarbenreiches Spiel zu legen. Das macht ihm so schnell kein anderer Gitarrist nach. In seinen Songs erzählte er rein instrumental ganze Geschichten. Rhythmik, Harmonik und Melodieführung bekamen bei Peter Finger eine ganz innovative Bedeutung.

Bei Stücken wie „Onkel Frédérick“ zeigte er sich als Meister seines Instrumentes, der aber auch über den eigenen „Tellerrand“ hinauszuschauen weiß. Bei aller vorhandenen Virtuosität setzte er diese aber immer in den Dienste der Musik, schuf dadurch inspirierende Bilder von großer Farbigkeit.

Bei diesem Abend konnte man Raum und Zeit vergessen, sich ganz im Fluss der Melodien über filigranen Begleitfiguren treiben lassen.

Startseite