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Flüchtlinge: „Erfüllungsquote“ bei 118 Prozent

„Musterknabe“ Greven

Greven

Die Schöneflieth-Sporthalle soll bereits zum Ende des Monats wieder frei gezogen sein. Ob dann allerdings dort auch wieder Sport gemacht wird, ist fraglich.

Ulrich Reske

Flüchtlinge in Greven: Die Nutzer der Begegnungsstätte Hansaviertel überreichen vor einem Jahr die Schlüssel an Flüchtlinge. Foto: res

Ist Greven der Musterknabe beim Thema Erfüllungsquote bei der Flüchtlingsaufnahme? Mit knapp 118 Prozent liegt die Stadt nach einer entsprechenden Auflistung der Bezirksregierung ganz weit vorn (wir berichteten). Doch die Rolle des Übereifrigen will Bürgermeister Peter Vennemeyer dann doch nicht so einfach übernehmen. Das dicke Polster bei der Erfüllungsquote führt er auf die Zentrale Erfassungsstelle am Flughafen zurück. „Die Kapazitäten der Landeseinrichtung wurden zu einem kleinen Teil berücksichtigt,“ mutmaßt Vennemeyer. Genaueres habe man jedoch nicht bei der Bezirksregierung in Erfahrung bringen können.

Was das für Greven konkret bedeutet, weiß derzeit niemand genau. Nur so viel ist klar. „So lange wir bei der Erfüllungsquote über 90 Prozent liegen, werden keine neuen Flüchtlinge zugewiesen.“

Auch wenn derzeit täglich immer weniger Flüchtlinge kommen, mag der Bürgermeister keine Prognose abgeben. „Wir wissen nicht, ob das Flüchtlingsabkommen mit der Türkei hält,“ nennt Vennemeyer einen Unsicherheitsfaktor. Auch die Zunahme der Flüchtlingsströme über das östliche Mittelmeer in Richtung Sizilien könne letztlich dazu führen, dass Greven rasch wieder Flüchtlinge aufnehmen müsse. Allerdings zeigt die Liste der Bezirksregierung auch, dass nur wenige Städte bezüglich der Quote so gut dastehen wie die Emsstadt. Über 400 Städte und Gemeinden in NRW wären vor Greven am Zug.

Tatsächlich aber reifen inzwischen die Pläne, Übergangsheime wie die Sporthalle Schöneflieth, die Begegnungsstätte Hansaviertel, aber auch alte Teile der alten Hauptschule in Reckenfeld wieder frei zu räumen. Die Sporthalle soll bereits zum Ende des Monats wieder frei gezogen sein. Ob dann allerdings dort auch wieder Sport gemacht wird, ist fraglich. „Wir werden mit den 09ern Verhandlungen führen,“ erklärt Vennemeyer. Er stellt sich vor, dass die Halle so zusagen als „Back up“ für alle Eventualitäten erhalten bleibt.

Keine neuen Entwicklungen vorausgesetzt, geht die Stadt zudem davon aus, dass die Begegnungsstätte Hansaviertel ab dem Jahresende wieder anderweitig genutzt werden kann. Wohl etwas länger wird es noch dauern, bis auch Teile der alten Hauptschule in Reckenfeld wieder geräumt werden können.

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