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„Taaldorp“ in der Nelson-Mandela-Gesamtschule

Niederländisch lernen mit Alltagssituationen

Greven

Das Projekt Sprachdorf hat gezeigt, dass Jugendliche besser zu motivieren sind, in einer Fremdsprache zu kommunizieren, wenn sie ihre erlernten Sprachkenntnisse in alltäglichen Lebenssituationen unter Beweis stellen können.

An den einzelnen Stationen wurden die Schülerinnen und Schüler von Niederländisch-Lehramtsstudierenden der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster begrüßt. Foto: NMG

„Hoe kan ik u helpen?” – das wurden die Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 des Wahlpflichtfaches Niederländisch und der EF, die vor fünf Monaten mit Niederländisch in der Oberstufe angefangen haben, etliche Male gefragt. Und zwar im „Taaldorp“, dem niederländischen „Sprachdorf“, das seit 2016 einmal jährlich in der Nelson-Mandela-Gesamtschule seine rot-weiß-blauen Zelte aufschlägt.

Diesmal wurde die Mensa von der Fachschaft Niederländisch in eine „niederländische Welt“ umgestaltet. Dort konnten „het café“, „het hotel“, „het uitwisselingsbureau“ und „de winkel“ besucht werden. Außerdem nahmen die Jugendlichen an einer Marktforschung teil und wurden zum Thema „Mein Jugendzimmer“ und „Mein Tagesablauf“ interviewt.

Luis und Lea aus der zehnten Klasse hatten eine Umfrage zur Qualität des Niederländisch-Unterrichts vorbereitet.

Im Laden konnten typische niederländische Lebensmittel eingekauft werden. Manche Produkte, die nicht in Ordnung waren, mussten dann reklamiert werden – schon in der Herkunftssprache eine echte Herausforderung.

Um bei Kräften zu bleiben, konnte beim Dorfbummel im Café eine Bestellung aufgegeben und dann das Gewünschte auch wirklich verzehrt werden. Chocomel und chocoladetaart fanden reißenden Absatz.

An den Stationen wurden sie von Niederländisch-Lehramtsstudierenden der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster begrüßt. Die versierten Sprachprofis fungieren als Sprechpartner und schlüpfen in die Rolle der Servicekraft oder der Bedienung. Darauf hatten sie sich im laufenden Semester im Rahmen eines Didaktikseminars bei Frau Dr. Poschen vorbereitet.

„Das aktive Sprechen darf neben Vokabellernen und Grammatik beim Unterricht einer Fremdsprache natürlich nicht zu kurz kommen“, so Esther Turtle, Niederländischlehrerin der Nelson-Mandela-Gesamtschule. Sie hatte vor vielen Jahren selbst als Studierende an diesem Sprachdorf teilgenommen. „Deswegen ist es umso wichtiger, dass die Schülerinnen und Schüler im ,taaldorp‘ ganz praktisch ihre sprachliche Handlungsfähigkeit unter Beweis stellen.“

Die Schüler besuchen das Dorf als „Touristen“ und begeben sich in Gesprächssituationen, die sie auf Niederländisch bewältigen müssen. Je nach Zutrauen können sie auf unterschiedlichen Niveaustufen agieren und sich anschließend von den Studierenden ein Feedback über ihre Aussprache und ihre kommunikativen Fähigkeiten im Niederländischen abholen.

„Ich fand es gut, dass Frau Turtle uns im Unterricht vorher genau erklärt hat, was uns im taaldorp erwartet. So wusste ich schon ungefähr, was ich fragen musste und hatte einige wichtige Vokabeln im Hinterkopf“, beschreiben Lisa und Ilona, wie sie sich auf diesen Tag vorbereitet hätten.

„Das Projekt Sprachdorf hat gezeigt, dass Jugendliche besser zu motivieren sind, in einer Fremdsprache zu kommunizieren, wenn sie ihre erlernten Sprachkenntnisse in alltäglichen Lebenssituationen unter Beweis stellen können und nicht nur in vorbereiteten Dialogen“, so Initiatorin und Niederländischlehrerin Frau Winter.

Die Schüler Lasse und Niko freuten sich über gutes Feedback: „Die waren alle supernett und haben uns immer gleich verstanden und uns auch für unsere Aussprache gelobt.“

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