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Städtische Energieeinsparverordnung

Öffentliche Gebäude bleiben dunkel

Greven

Jetzt wird es so wie früher. Da gab es nachts auch kein Licht auf der Straße. Die Stadt spart und fängt mit der Beleuchtung ihrer Gebäude an.

2020 haben Grevens Veranstalter das Ballenlager rot angestrahlt, um auf ihre von der Corona-Pandemie bedrohte Situation hinzuweisen. Zwei Jahre später soll das Veranstaltungszentrum abends dunkel bleiben, um Strom zu sparen. Foto: Gr�nert

Jetzt fängt das Energiesparen bei der Stadt an. Städtische Gebäude werden ab sofort nachts nicht mehr von außen beleuchtet. So wird das Ballenlager, imposanter Industriebau aus der Gründerzeit abends zappenduster bleiben. Es sei denn, dort finden wie an diesem und dem kommenden Wochenende echte Highlight-Veranstaltungen statt.

Genau vor zwei Jahren war das Kulturzentrum noch in einer Protestaktion von Grevens Veranstaltungsbranche ganz besonders illuminiert. Mit einer roten Lichterwand machten die Techniker hier und an anderen Stellen der Stadt auf ihre coronageschüttelte Branche, die von Licht und Glimmer lebt, aufmerksam.

Dank des russischen Kriegs in der Ukraine leuchtet noch nicht mal mehr die Rote Lampe. Die Technischen Betriebe (TBG) setzen mit ihren Sparmaßnahmen die vom Bund beschlossene erste Energieeinsparverordnung um, die seit Donnerstags gilt.

Nicht mehr angestrahlt wird auch die Fassade des Parkdecks an der Biederlackstraße. Auch die Beleuchtung des Brunnens auf dem Marktplatz bleibt ab sofort nachts ausgeschaltet, teilt die Stadt mit.

Der Bund erhofft sich durch die flächendeckende Umsetzung der Verordnung, die auch Vorgaben für den privaten und gewerblichen Bereich formuliert, eine messbare Reduzierung des Stromverbrauchs.

Eine weitere Energieeinsparverordnung wird zum 1. Oktober in Kraft treten. Deutschlandweit soll allein der Gasverbrauch um 20 Prozent gesenkt werden, um Versorgungsengpässe im Herbst und Winter möglichst zu verhindern.

Wie es weiter geht, kann Bürgermeister Dietrich Aden noch nicht sagen: „Erst mal geht es darum, die Verordnung des Bundes umzusetzen, zum Beispiel die Temperatur im Rathaus zu reduzieren.“ In den nächsten Tagen werde die Verwaltung das Gesamtpaket der Sparmaßnahmen vorstellen.

Aden ist seit zwei Jahren Bürgermeister, aber er sitzt bereits dem dritten Krisenstab im Rathaus vor. Zuerst ging es um die Corona-Maßnahmen, dann um den Ukraine-Krieg und die Flüchtlinge. Und nun um die Energiekrise: „Das zeigt, unter welchem Druck die Verwaltung und die Mitarbeiter sehen“, sagt Aden, „das belastet viele. Am Ende müssen wir in den Gebäuden sitzen und es umsetzen.

Mit Blick auf die Energiekrise erscheinen dem Bürgermeister Entwicklungen der vergangenen Jahr absurd. Dass vor Jahren das Fernwärmeprojekt in den Emsauen wegen der Einwände von Naturschützern gestoppt wurde, sei heute niemandem mehr zu erklären. „Heute haben wir die Rechnung dafür bekommen. Sehr schade.“ Greven hätte hier ein Vorzeigeprojekt verwirklichen können. „Zumal durch die Renaturierungsarbeiten sowieso alles aufgewühlt wird.“ Doch die Stadt lasse nicht nicht beirren. Das nächste Projekt, dass im September startet dreht sich darum, die Stad klimaneutral zu machen.

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