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Verkehrsversuch an der Rathausstraße gestartet

Ökospur für Radfahrer und Busse

Greven

Seit Sonntag gilt sie also, diese Regelung: Auto- und Motorradfahrer dürfen die Rathausstraße ab dem Rathaus nur noch in Richtung Völkerballkreisel befahren. So entsteht mehr Platz für Fußgänger rund Radfahrer. Eine „grüne Oköspur“ nannte Bürgermeister Dietrich Aden den Bereich.

Von Oliver Hengst Von Oliver Hengst

Bei der offiziellen Foto: Oliver Hengst

Na klar, die ersten fuhren trotzdem einfach durch. Obwohl doch am Völkerballkreisel wenige Augenblicke zuvor Schilder enthüllt worden waren, die eben dies untersagen. Es werden wohl nicht die letzten gewesen an diesem Sonntag, an dem der Verkehrsversuch in der Innenstadt offiziell startete. Allen ist klar: Es wird eine Weile brauchen, mit alten Gewohnheiten zu brechen. In den ersten Tagen und Wochen wird sicher noch nicht alles rund laufen.

Mit der Polizei ist abgesprochen, dass anfangs mehr kontrolliert und bei Verstößen über die neue Regelung aufgeklärt werden soll. Irgendwann wird es dann sicher auch Bußgelder geben: 25 Euro für das Befahren einer Einbahnstraße in falscher Richtung, mit Gefährdung kostet es 35 Euro.

Kommentar: Einen Versuch wert

Seit Sonntag gilt sie also, diese Regelung: Auto- und Motorradfahrer dürfen die Rathausstraße ab dem Rathaus nur noch in Richtung Völkerballkreisel befahren. Die Gegenfahrbahn ist nur noch für Busse und Rettungsfahrzeuge offen. So entsteht mehr Platz für Fußgänger rund Radfahrer. Letztere kommen natürlich weiterhin in beiden Richtungen durch, haben in Richtung Hallenbad sogar (fast) die ganze Fahrbahn zur Verfügung. Eine „grüne Oköspur“ nannte Bürgermeister Dietrich Aden diesen Bereich.

„Danke, dass Sie den Mut hatten, das so zu entscheiden“, sagte Aden an die Vertreter aller Ratsfraktionen, die beim offiziellen Start anwesend waren. „Wir sind mutig in Greven und versuchen etwas.“

Das Projekt sei „von der Breite des Rates mitgetragen“, betonte Aden. Er appellierte an alle, den Versuch „positiv zu begleiten“. Gleichwohl hat er natürlich auch kristische Stimmen wahrgenommen. „Es ist klar, dass anfangs nicht sofort alle Hurra schreien.“ Grundsätzlich ist er aber positiv gestimmt. „Ich bin gespannt.“

Kaum gesagt, musste er zur Kenntnis nehmen, wie just in diesem Moment ein Motorradfahrer in falscher Richtung unterwegs war. „Heute Gnade vor Recht“, sagte der Bürgermeister schmunzelnd.

Als wenig später der „Greven Express“ mit Maifeiernden an Bord ebenfalls in falscher Richtung die Rathausstraße durchfuhr, einigte man sich darauf, das Party-Mobil als Bus zu werten – nicht ganz falsch, irgendwie.

Man habe die Info über die einseitige Sperrung der wichtigen Straße weitergegeben, so dass Kartendienste und Navi-Hersteller dies in ihre Angebote übernehmen können. Doch bis so etwas tatsächlich umgesetzt sei, bräuchten die Online-Dienste manchmal bis zu zwei Jahre, erläuterte André Kintrup, im Rathaus für den Straßenverkehr zuständig.

Nicht nur Meike Bücker-Gittel, Chefin der Technischen Betriebe Greven, hat die Hoffnung, dass die Änderung den einen oder anderen Verkehrsteilnehmer dazu veranlassen kann, zumindest hin und wieder aufs Rad umzusteigen oder eben mit dem Auto einen Bogen um die Stadt zu machen.

Der auf ein Jahr angelegte Versuch solle „mindestens ein halbes Jahr“, idealerweise aber über die volle Distanz gehen, um so auch erfassen zu können, wie die Verkehrsströme zu verschiedenen Jahreszeiten sind.

Dass es im schlechtesten Fall einen vorzeitigen Abbruch des Versuches geben wird, erwartet sie nicht. „Wir werden natürlich kontinuierlich nachbessern“, sagte sie, etwa bei den Ampelschaltungen. An der Ecke von Galen-Straße/An der Martinischule habe man die Schaltung bereits verändert. Weiteres Justieren ist ausdrücklich möglich – ein Versuch eben.

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