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TSC Ems Casino bringt Licht vor das Gertrudenstift

Open-Air-Tanz für die Senioren

Greven

Das Team des Gertrudenstifts versucht, mit den Bewohnern Normalität zu leben. Wie gerufen kam da eine Aktion der Tänzer des TSC Ems-Casino Blau-Gold Greven: Während sie vor dem Gertrudenstift im Turnier-Outfit tanzten standen die Zuschauer auf den Balkonen.

Günter Benning

Paare des TSC Greven haben vor dem Gertrudenstift für die Bewohner getanzt. Foto: TVE

Ein ungewöhnlicher Open-Air-Auftritt der Tänzer des TSC Ems-Casino Blau-Gold Greven: Während sie vor dem Gertrudenstift im Turnier-Outfit ihre Tänze präsentierten, standen die Zuschauer auf den Balkonen und hinter den Fenstern des Stifts.

„Wir versuchen, mit den Bewohnern Normalität zu leben“, sagt Dr. Susanne Sünderkamp, stellvertretende Geschäftsführerin des Gertrudenstifts, „in den Grenzen, die wir haben.“

Unter den Grenzen, die das Corona-Virus zieht, leiden viele Bewohner von Senioren- und Pflegeheimen. Um sie vor der Krankheit zu schützen, ist ein striktes Besuchsverbot angeordnet, in vielen Einrichtungen sind die Bewohner auf ihren Zimmern isoliert, gemeinsame Aktivitäten finden im Moment so gut wie gar nicht statt. Auch für die Pflegekräfte keine einfache Zeit, sie versuchen diese Lücke zu füllen.

Im TSC Ems-Casino Blau-Gold Greven keimte daher die Idee, aktiv zu werden und den Menschen mit ihren Tänzen und den tollen Outfits ein wenig Freude zu bringen.

Bereits beim ersten Telefonat der Vorsitzenden Eva Meer mit der Einrichtungsleiterin des St.-Gertrudenstifts, Kerstin Kieseler-Apitz, war diese Feuer und Flamme und schnell war ein gemeinsamer Termin gefunden.

Neben Detlev Grollmisch und Eva Meer als Standardpaar waren auch Thomas Möller und Christine Komnick als Lateinpaar mit dabei.

Die Bewohner versammelten sich mit Hilfe des Pflegepersonals an den Fenstern und auf den Balkonen und die Tanzpaare präsentierten bei strahlendem Sonnenschein mit toller Ausstrahlung ihre Tänze.

„Die Kleider der Damen glitzerten in der Sonne, Tänze wie Samba, Walzer, Rumba und Tango zauberten ein Lächeln in die Gesichter der Bewohner und auch der Pflegekräfte, die gemeinsam mit einem kräftigen Applaus dankten“, bilanzierten die TSC-Tänzer zufrieden.

Kerstin Kieseler-Apitz bedankte sich ausdrücklich für diese tolle Aktion der Mitglieder des TSC Ems-Casino Blau-Gold Greven. Für die Tänzer selbst war die Freude in den Gesichtern der Bewohner sicher der größte Dank.

Das Tanzevent gehörte damit zu den Höhepunkten im gegenwärtigen Alltag der Senioren. Im Augenblick dürfen auch Verwandte selten ins Haus. „Hin und wieder gibt es Balkongespräche“. sagt Susanne Sünderkamp, „wir sind aber dabei, dass wir mit Smartphone oder Tablet Videokonferenzen aufbauen können.“

So kann man künftig zumindest virtuell in Verbindung mit Verwandten und Bekannten bleiben.

„Für die Mitarbeiter ist jeder Tag Ausnahmesituation“. sagt Sünderkamp, die froh ist, dass bisher kein Coronafall im Haus vorgekommen ist. Man trägt Schutzmasken und erlebt, dass dadurch mitunter die Kommunikation erschwert wird. Besonders bei schwerhörigen Bewohnern: „Die Mimik fehlt, man kann nicht mehr von den Lippen ablesen.“

Die Bewohner untereinander haben in Kleingruppen Kontakt. Und das Haus hat gerade von Spendengeldern Kegel- und Kugelbahnen angeschafft. Ein willkommener Zeitvertreib, dem man auch im Schutz des Hauses nachgehen kann.

Die Isolation der Bewohner ist groß. Aber das Haus legt großen Wert darauf, dass zum Beispiel in der Sterbebegleitung die Würde gewahrt bleibt. „Wir schaffen es immer, dass die Verwandten kommen können“, sagt Sünderkamp. Auch wenn diese dabei eine Schutzmontur tragen müssten.

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