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Kleine Flunkerei rettet den Promi aus einer misslichen Lage

Phantom-Atze am Beach

Greven

Er soll da sein. Und er ist auch da. Aber so, wie er da ist, gibt es ihn eigentlich gar nicht. Also ist er offiziell doch nicht da. Ja nee, iss klar. Oder doch nicht?

Thomas Starkmann

Moderator Martin Weide (hier mit Albert und Tessa Sahle) schaltete im Laufe der Sendung zu Atze Schröder. Der war – weil er von einer Studiosendung ausging – in „Zivil“ erschienen. Foto: tst

Es ist schon eine skurrile Geschichte, die sich da am Freitagabend am Beach abspielt. Im Mittelpunkt des Geschehens: Atze Schröder. Der Comedian mit Wohnsitz Emsdetten soll bei der Übertragung des Radio RST Beat-Clubs ein wenig aus seinem musikalischen Nähkästchen plaudern und zugleich die Werbetrommel für das Beat-Festival an gleicher Stelle rühren. Studiogast nennt man das. Womit wir beim ersten Problem sind. Denn die Sendung kommt an diesem Abend ausnahmsweise nicht aus einem Studio, sondern von der Bühne am Beach. Mit Zuschauern. Die sind das zweite „Problem“.

Zwar konzentrieren sich die meisten auf Flammkuchen oder Pasta, die ihnen die Köche von „Greven isst“ servieren, aber manchmal schweift der Blick über den Tellerrand auf die Bühne, wo Atze Schröder gegen 19.30 Uhr Platz nehmen soll. Der trudelt kurz vor Sendebeginn aus Köln ein und schlendert über den Beach, um die Beat-Clubberer Albert Sahle und Ralf Wietkamp sowie Moderator Martin Weide zu begrüßen – unbehelligt von den spachtelnden Beach-Besuchern. Denn „Studiogast“ Atze Schröder trägt Jeans und T-Shirt, aber weder Perücke noch Pilotenbrille. Die liegen zu Hause in Emsdetten. Atze sieht aus wie der nette Nachbar, aber eben nicht wie Atze. Womit wir beim dritten und größten Problem sind: Ohne Perücke und Pilotenbrille kein Atze Schröder.

Um sein ziviles „Alter Ego“ macht der Fernsehstar ein ebenso großes Geheimnis wie um seinen bürgerlichen Namen. Ergo: Oben ohne geht er nicht auf die Bühne. Dort rechnet Moderator Weide aber fest mit ihm. Und einige der Zuschauer auch. Hinter den Kulissen kommt Hektik auf. „Da seh’ ich jetzt schwarz, das muss ich euch mal sagen.“ Sagt Atze. Die Afro-Perücke aus dem Publikum wird ebenso verworfen wie der Telefonanruf. „Ich hab’ gar kein Telefon“, sagt Martin Weide. „Der Prominente im Sack“. schlägt Ralf Wietkamp vor. Am Ende soll es ein Funkmikrofon richten. Der Plan: Atze Schröder hat es, aus welchen Gründen auch immer, nicht zum Beach geschafft und wird zugeschaltet. Aber wohin mit Atze und seinem Funkmikrofon? Hinter die Bühne? Zu auffällig. Am anderen Emsufer? Zu weit weg für das Mikrofon.

Im gut gekühlten Bierwagen? „Dann heißt es am nächsten Morgen: Oh, wir haben den Schröder vergessen“, flachst Atze. 19.30 Uhr. Martin Weide verbreitet über den Äther die bedauerliche Mitteilung, dass Atze Schröder in einem der schönsten bayrischen Biergärten sitzt, aber immerhin live zugeschaltet ist. Aus dem Publikum kommen ein paar Buh-Rufe. „Weil ich nicht bezahlt habe, muss ich jetzt Teller waschen“, schildert Atze seine prekäre Lage. Das ist sogar nur halb geflunkert. Neben ihm stehen die Tonnen, in denen die Reste von den Tellern verschwinden. Aber nicht in Bayern. Sondern direkt unter der Hallenbadbrücke. Übrigens: Beim Festival wird Schröder leibhaftig auf der Bühne stehen. Als Atze. Mit Perücke und Pilotenbrille. Iss klar?

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