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Vorrang für Grevener

Richtlinie regelt, wer künftig beim Verkauf städtischer Grundstücke zum Zuge kommt

Greven/Reckenfeld

Seit Jahren in Greven lebend, zudem auch dort berufstätig? Bei der Tafel engagiert, Mitglied der Feuerwehr? Das ist gut. Denn dafür gibt es Punkte. Und die entscheiden künftig darüber, wer ein Grundstück von der Stadt kaufen kann – und wer nicht.

Oliver Hengst

Aus den Sportplätzen in der Reckefelder Mitte werden bald Baugrundstücke. Wer die kaufen darf ist in einer neuen Richtlinie festgelegt. Foto:

Die Reckenfelder Ortsmitte wird das erste Areal, bei dem die neuen Regeln Anwendung finden werden. „Dann haben wir wieder einen nennenswerten Bestand an eigenen Grundstücken“, sagt Grevens Kämmerer Matthias Bücker. Aber die neue Richtlinie wird natürlich nicht nur in Reckenfeld gelten, sondern überall dort, wo künftig städtische Grundstücke an Privatleute (und nur die!) zur Eigennutzung verkauft werden.

Diese Richtlinie, die der Hauptausschuss am Mittwoch mit großer Mehrheit abgesegnet hat, sieht vor, dass Grevener künftig bei der Vergabe bevorzugt werden. Mit einem ausgeklügelten Punktesystem soll gewährleistet werden, dass Menschen mit Bezug zum Ort größere Chancen auf ein baureifes Grundstück haben, als jene, die mit Greven bislang nichts zu tun haben.

Einfluss hat die Stadt natürlich nur auf Grundstücke, die sie selbst besitzt. Wer privat ein Grundstück verkaufen möchte, ist nicht an die neuen Vorgaben gebunden.

Grundstücke nicht an Investoren

In einem Bewerbungsverfahren werden bestimmte Parameter abgefragt. Die ortsbezogenen und sozialen Aspekte werden dann mit jeweils 50 Prozent bewertet. Sollten mehrere Bewerber punktgleich liegen, entscheidet letztlich das Los.

Insbesondere wer Mitglied der Feuerwehr in Greven ist, soll profitieren: ‚Die Feuerwehr haben wir besonders im Blick. weil wir da schon fünf Leute verloren haben, die woanders hingegangen sind“, erläuterte Bürgermeister Peter Vennemeyer. Die Richtlinie legt auch fest, dass Grundstücke nicht an Investoren veräußert werden oder an Menschen, die bereits ein Eigenheim besitzen (in Greven oder anderswo). „Letztlich ist das eine Sache der Gleichbehandlung“, betonte Guido Roters (Grundstücksmanagement der Stadt). „Wir wollen niemanden diskriminieren.“ Ähnlich argumentiert auch Bücker. Es gehe nicht darum, jemanden abzuweisen, sondern eher darum, eine bestimmte Zielgruppe, die man im Ort halten wolle, besonders zu fördern.

Kein Hochbieten

Es spielt bei den Punkten für die Ortsansässigkeit im Übrigen keine Rolle, in welchem Teil von Greven man wohnt. Reckenfelder werden bei der Vergabe von Grundstücken in der Reckenfelder Ortsmitte also nicht besser gestellt, als jene, die in der Kernstadt, in Gimbte oder Schmedehausen leben und umgekehrt. Grevener sind Grevener.

Man wolle, führte Bücker aus, die Vergabe der Grundstücke nicht über den Preis steuern, sondern eben über die nun festgelegten Kriterien. Die Grundstücke werden zu marktüblichen Preisen abgegeben, ein Hochbieten wird es somit nicht geben.

Dr. Michael Kösters-Kraft (Grüne) bemängelte, dass in eheähnlicher Gemeinschaft Lebende nicht mit Verheirateten oder Alleinerziehenden gleichgestellt würden. „Das ist eine Bewertung, die uns nicht zusteht.“

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