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Zahlreiche Helfer bei der Verladung der Hilfsgüter

Schwertransport der Nächstenliebe

Greven

Jetzt gehen die Grevener Hilfsgüter direkt in die Ukraine. Zahlreiche Freiwillige verluden die Pakete, die am Montag in der Alten Post angelandet waren.

Von Günter Benning

Ein kompletter Seminarraum des Webikul war bis unter die Decke mit Hilfsgütern gefüllt, die von freiwilligen Helfern verladen wurden. Foto: Günter Benning

Auf der Rückklappe des 40-Tonners, der gestern morgen im Schritttempo rückwärts zur Alten Post manövriert, stehen drei wichtige Worte: „Alles wird gut“. Ein Werbespruch in guten Zeiten. Eine Durchhalteparole am siebten Tag des Ukraine-Krieges.

Etwa 30 Helfer warten schon auf die beiden ukrainischen Fahrer, um die Hilfsgüter aus Greven möglichst schnell einzuladen. Einer steht still dabei, sieht das Engagement und sagt: „Da können einem die Tränen kommen.“

Fliesenleger im Einsatz bei der Hilfsaktion. Foto: Günter Benning

Olaf Kolaska, Fliesenleger mit polnischen Wurzeln, hat sein komplettes Team umgeleitet. „Wir haben dem Bauherrn gesagt, wir kommen heute nachmittag wieder“, sagt er. Hier ist Wichtigeres zu tun. Die Handwerker in ihren staubigen Arbeitshosen wuchten Pakete.

150 Umzugskartons und Säcke hat Heimatvereinsmitglied Thomas Grünert insgesamt aufgelistet. Die meisten lagern in einem Raum des Webikul neben der Alten Post. Die Helfer und Helferinnen bilden eine Kette – in weniger als einer Stunde ist der Wagen beladen. Einige Passanten haben auch noch Geldspenden für die Fahrer dagelassen. „Auch die sind ja Freiwillige“, sagt Olga Stromberger, die seit 16 Jahren in Greven wohnt und aus der Ukraine stammt. Ständig laufen auf ihrem Handy Meldungen ein. Sie hält Kontakt zu ihren Verwandten in der alten Heimat. Und sie reagiert allergisch, wenn man von einem Ukraine-Konflikt spricht, wie es hierzulande oft passiert: „Das ist kein Konflikt, das ist ein aggressiver Angriffskrieg durch Putin und die Russen.“

Die Helfer arbeiten Hand in Hand. Foto: Günter Benning

Nach einem Spendenaufruf in den sozialen Medien hatten am Montag zahlreiche Grevener Hilfsgüter zur Alten Post gebracht. „Die Qualität“, sagt eine der Sammlerinnen, „war in Greven sehr gut.“ Man habe kaum etwas aussortieren müssen. Zu den Paketen kommen vier Paletten mit neuen Decken der Grevener Firma Biederlack, zwei davon gesponsort von den Firmen P2-Veranstaltungstechnik und Schweizer-Efaxx aus Nordwalde.

Weitere Hilfsgüter lagern in der Hauptschule Reckenfeld an der Emsdettener Straße, wo Freitag (14-16 Uhr) und Samstag (11-13 Uhr) noch Spenden angenommen werden. Den Transport übernimmt hier die Firma Greiwing, die Lkw und Fahrer zur Verfügung stellt.

Was weitere Hilfsgüter angeht, wird man sich wohl künftig mehr an den Bedürfnissen orientieren müssen. Olga Stromberger: „Gebraucht werden jetzt auch Medikamente“. Für die Zivilbevölkerung ebenso wie für das ukrainische Militär.

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