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Kunsthandwerkermarkt im Ballenlager

Stöbern und inspirieren lassen

Greven

Am Sonntag feierte der Kunsthandwerkermarkt nach langer coronabedingter Pause sein Revival. Zahlreiche Menschen kamen ins Ballenlager, stöberten und ließen sich inspirieren. 

Von Luca Pals

Der Kunsthandwerkermarkt zog am Sonntag zahlreiche Kunden ins Ballenlager. An 50 Ständen wurden zahlreiche selbstgemachte Produkte angeboten. Foto: Luca Pals

„Da steckt genauso viel Liebe wie Zeit drin“, weiß Sabina Zimmermann und zeigt die Laptoptasche dem interessierten Kunden. Dieser hat nach dem Preis gefragt – neben der Zeit wird hier vor allem viel Liebe in die Verarbeitung gesteckt, die Materialien sind nachhaltig, die Produktion maximal klimabewusst und am Stand von Zimmermann alles aus Kork – selbstgemacht versteht sich von selbst. Wie alles an den 50 Ständen des Grevener Kunsthandwerkermarktes.

Dieser feierte am gestrigen Sonntag sein Revival, endlich wieder stöbern, endlich wieder inspirieren lassen und endlich wieder ins Gespräch kommen – über Kunst, das Handwerk und die Leidenschaft zu beidem. Fragt man bei den Grevenern nach, die am Nachmittag zum Ballenlager gekommen waren, wiederholen sich diese Worte immer wieder, der Kunsthandwerkermarkt wurde wirklich vermisst – ein Beleg ist hier auch die Schlange, die sich am Eingang inklusive 3G-Nachweiskontrolle schnell gebildet hat.

Aber zurück zum Stand von Sabina Zimmermann: „Wir stellen Taschen in hoher Qualität her: Für Laptops, Tablets oder nur als Accessoire.“ Dass alles aus Kork ist, würde viele Besucher dazu verleiten, stehenzubleiben, nachzufragen und sich zu informieren: „Das Bewusstsein für nachhaltige Ware hat sich in den vergangenen Jahren sehr gesteigert. Ansonsten sind wir auf vielen veganen Märkten, dort ist die Kundschaft noch einmal stärker im Thema mit drin.“

Informieren möchte auch der Stand, an dem Norbert Richter aus Havixbeck steht. Richter ist Mitglied im Verein „Ein Dollar Brille“, zusammen mit seinen Mitstreitern hat er sich das Ziel gesetzt, 150 Millionen Brillen für Menschen herzustellen, die ansonsten finanziell keine Möglichkeiten besitzen. Er weiß: „Der Bedarf ist natürlich riesig und mit unserer Technik – die wir den Besuchern hier auf dem Markt zeigen – können wir eine Brille herstellen, deren Produktion umgerechnet 85 Cent kostet.“ Gleichzeitig sei sie „beinahe unzerstörbar“, die Gläser könnten je nach Stärke individuell ausgetauscht werden und durch die Produktion viele Arbeitsplätze geschaffen werden. Auch das ist ein Blick auf den Grevener Kunsthandwerkermarkt – soziale Projekte, die Nachhaltigkeit und Entwicklungshilfe in den Vordergrund stellen.

Drei Stände weiter sieht es nicht anders aus: Susanne Fischer und Inge Timpf von der evangelischen Jugendhilfe Greven verkaufen die Werke, die von Geflüchteten und Arbeitslosen hergestellt wurden, der Erlös geht zu 100 Prozent zurück in die kunstpädagogischen Projekte: „Unsere Arbeit ist so wertvoll und schön, weil viele verschiedene Menschen mit stets unterschiedlichen Geschichten und Hintergründen zu uns kommen und dadurch eine bunte Mischung entsteht, die auch an unserem Stand zu sehen ist“, sagt Fischer und schaut über die zahlreichen Malereien, gestrickten Socken und vieles mehr: „Eine ganz schön bunte Auswahl.“

Genau das ist nach den Worten von Jan Policnik von Greven Marketing auch in diesem Jahr ein Ziel gewesen, das man nach zwei Jahren Zwangspause wieder erfüllen konnte: „Die Anmeldephase lief wieder super, wir haben 50 Stände, die ihre Produkte vorstellen, und viele, die auch vor der Corona-Pandemie dabei waren.“ Ein harter Kern also, der vor allem die Atmosphäre im Ballenlager und die Wertschätzung der Grevener genießen und schätzen.

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