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Duo DaCapo im Gertrudenstift

Und sie singen alle mit . . .

Greven

Die Senioren ließen sich nicht lange bitten und sangen lauthals mit.

Von Peter Beckmannund

Das Duo DaCapo mit der 78-jährigen Nanni Nolting am E-Piano und dem Trompeter Ralf Mertens Foto: Peter Beckmann

Sind eigentlich die alten Kempen der Rockmusik schon im Seniorenheim? Bestimmt, das müsste von den Jahren her passen. Aber: Die waren zum Konzert des Duos DaCapo am Mittwochnachmittag sicherlich nicht gekommen. Musik ist ja auch bekanntlich Geschmackssache. Aber die, die in den Aufenthaltsraum des Gertrudenstiftes gekommen waren, waren begeistert. Denn Nanni Nolting am E-Piano und der Trompeter Ralf Mertens spielten Lieder und Schlager aus den 30er-, 40er- und 50er-Jahren. Und die Senioren ließen sich nicht lange bitten und sangen lauthals mit.

Eine halbe Stunde wurden die Senioren bei Kaffee und Kuchen unterhalten. „Länger geht es leider nicht, wir müssen noch weiter“, erzählt Mertens. Er und seine Mitstreiterin Nanni Nolting ziehen im Oktober und November von Seniorenheim zu Seniorenheim. „In der vergangenen Monaten mit dem Kontaktverbot und dem Sozial Distancing kam bei dem ein oder anderen Senior schon mal das Gefühl der Einsamkeit auf, da kann Musik ein guter Trostspender sein, der die Menschen wieder aufbaut“, erklärt Mertens.

Und beide Musiker merken, dass sie den Nerv der Senioren treffen. „Wir erleben so viel positive Resonanz und Dankbarkeit und die alten Leute freuen sich, die alten Schlager und Lieder mal wieder zu hören.“

Nolting und Mertens sind dabei ehrenamtlich unterwegs. „Wir bekommen vom Land im Rahmen des Projektes ,Neustart Kultur‘ unseren Aufwand entschädigt“, erzählt Mertens. Und der Aufwand ist nicht ohne. „Wir haben pro Tag rund zwei Auftritte am Vormittag und zwei bis drei Auftritte am Nachmittag.“ Nach dem Konzert im Gertrudenstift ging es zum Beispiel weiter nach Reckenfeld ins Haus Marienfried. Man wolle möglichst viele Einrichtungen ansteuern. „Wenn wir anfragen sind alle Einrichtungsleitungen sofort Feuer und Flamme.“

Und nicht nur die. Die Senioren im Gertrudenstift haben ihren Spaß, fühlen sich in ihre Kindheit und Jugend versetzt. Sie singen die Schlager und Lieder kräftig mit und haben Spaß. „Allein dafür lohnt es sich doch schon diese Konzerte zu spielen“, sagen die beiden Musiker übereinstimmend.

Nur: Die Rocker der ersten Stunde erreichen sie nicht. Die warten sicherlich darauf, dass auch einmal die rollenden Steine oder die Wechselstrom/Gleichstrom-Jungs im Seniorenheim gecovert werden. Aber das wird sicherlich nicht mehr lange dauern, oder?

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