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Zed Mitchell in der Kulturschmiede

Unglaubliche Energie und Spritzigkeit

Greven

Zed Mitchell, mit bürgerlichem Namen Zlatko Manojlovic, zeigte sich am Freitag in der ausverkauften Kulturschmiede dem ersten Song des Abends folgend als wahrer „King of the Blues“.

Von Axel Engelsund

Vater und Sohn auf der Bühne in der Kulturschmiede: Beide Gitarristen und deren musikalischen Begleiter wussten mit Bluesrock vom Feinsten zu begeistern. Foto: Axel Engels

Zed Mitchell, mit bürgerlichem Namen Zlatko Manojlovic, zeigte sich mit 71 Jahren am Freitag in der ausverkauften Kulturschmiede dem ersten Song des Abends folgend als wahrer „King of the Blues“. Mit dem in Greven bestens bekannten Bluesmusiker Toscho Todorovic von der Bluescompany ist er befreundet und solche „alteingesessenen“ Bluesmusiker muss man einfach live erleben.

Bluesrock vom Feinsten boten der sympathische Künstler und seine ebenso versierten Kollegen, solchen guten von Hand gemachten Blues hört man eben nur selten. Bereits zum vierten Mal war der Gitarrist mit der markanten Stimme nun bei der Kulturinitiative und bot einen Querschnitt aus mehreren Jahrzehnten im Dienste des Blues. Er gehört eben als Gitarrist, Sänger und Komponist international zu den führenden Vertretern seiner Zunft.

Seine markante Stimme, immerhin mit einem Umfang von bis zu fünf Oktaven, ist sein Markenzeichen ebenso wie sein exquisites Gitarrenspiel. Seine Saitenkunst erklingt für viele Cineasten wohl unbemerkt auch beim Soundtrack von „Indiana Jones“ und eingefleischte Bluesfans erinnern sich sicherlich an sein Mitwirken bei der letzten Europatournee von dem legendären B.B. King. Musiker wie Eros Ramazotti, Natalie Cole und Udo Lindenberg wussten schon seine Qualitäten zu schätzen.

Ihm macht so leicht keiner etwas vor, wenn es wie bei „Springtime in Paris“ oder „Lady lives the Blues“ um grundehrlichen Bluesrock geht. Der Familie Manojlovic muss der Blues im Blute liegen, denn was sein Sohn Todor an der Gitarre bot, war schon ganz große Saitenkunst.

Bereits mit zehn Jahren wurde er als Jungstudent an der renommierten Rober-Schumann-Hochschule in Düsseldorf aufgenommen für klassische Gitarre sowie Jazz-Gitarre und der musikalische Dialog zwischen Vater und Sohn war für diesen Abend einfach prägend. Der Mann, der mit so vielen Größen der Musikszene auf der Bühne gestanden hat, ließ seinem Sohn immer den passenden Freiraum, damit dieser seine ganzen Qualitäten einbringen konnte. Bei „Night in Berlin“ rockte die Band die Kulturschmiede mit kräftigem Sound und bei der gefühlvollen Ballade „I play my guitar“ war sicherlich jeder Besucher zutiefst berührt von diesen so sensibel in Musik gefassten Erlebnissen von Zed Mitchell. Wenn man dann gemeinsam mit ihm bei „Cadillac“ über die endlosen amerikanischen Straßen der untergehenden Sonne entgegen fuhr, waren die „Erwartungen eines Bluesfans an eine Reise jenseits des großen Teichs“ rundum erfüllt.

Bei „Springtime in Paris“ fühlte man sich in die Stadt an der Seine mit ihrer ganz eigenen Stimmung versetzt, wusste Zed Mitchel ein ganz facettenreiches Bild mit seiner ausdrucksstarker Spielweise zu kreieren. Wenn es um langsame Balladen geht, dann war Zed Mitchell eben als Grandseigneur des Blues ganz in seinem Element.

Dieser Abend bestach durch seine Mischung aus explodierenden Songs mit unglaublicher Energie und Spritzigkeit und zutiefst berührenden Balladen. Obwohl Zed Mitchel zu den wahren Größen des Blues gehört, zeigte er sich ganz charmant mit gewinnender Natürlichkeit ohne irgendwelche Allüren. Sein Blues ist eben ganz authentisch. Und als er bei „Black Swan“ ganz tiefe Gefühle in ein bewegendes Gewand kleidete, genoss man diese mit Melancholie durchdrungene Ballade. Mögen einige der Songs aus der Schatzkiste seines großen Repertoires wohl „älter“ sein als sein Sohn, so haben sie nichts an Strahlkraft und Inspiration verloren und erklangen an diesem Abend gleichsam wie vom Staub der Zeit befreit.

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