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Pe Werner präsentiert in ausverkaufter Kulturschmiede „Best of“-Programm

Verschmolzen zu tieferer Einheit

Greven

Am Freitagabend war es in der vollbesetzten Kulturschmiede endlich so weit: Pe Werner sang unvergessene Hits wie „Kribbeln im Bauch“ und „Weibsbilder“. Das zweistündige Konzert war ausverkauft. Begleitet wurde Pe Werner von dem Pianisten Peter Grabinger.

Von Ulrich K. Coppel

Sängerin Pe Werner im Trio mit Pianist Peter Grabinger und Tonmeister Pit Lenz. Foto: Ulrich K. Coppel

Seit dem letzten Konzert der Sängerin Pe Werner in Greven sind schon 20 Jahre vergangen. Schon damals begleitete sie Pianist Peter Grabinger. Ein Wiedersehen mit der beliebten Songpoetin musste wegen der Corona-Pandemie zweimal verschoben werden. Manche im Publikum waren tatsächlich damals schon dabei.

Am Freitagabend war es in der restlos vollbesetzten Kulturschmiede dann endlich soweit. Ihre unvergessenen Hits „Kribbeln im Bauch“ und „Weibsbilder“ bescherte die Kölnerin gleich zu Beginn des gut zweistündigen Konzertes.

Pe Werner ist ein Temperamentbündel – und eine Perfektionistin. Nichts in ihren Shows überlässt sie dem Zufall. Ihre Songs: Allesamt en Detail ausarrangiert. Ihre niveauvoll-unterhaltsamen Moderationen: durchdacht, pointiert, und auswendig.

Sogar einen eigenen Tonmeister und Lichtdesigner brachte sie mit. Bei dieser kleinen Besetzung – Gesang mit Klavierbegleitung – eher ungewöhnlich. Ein Höchstmaß an Sicherheit, Verlässlichkeit und Vertrauen war vom ersten bis zum letzten Ton deutlich spürbar.

Pe Werners klare Stimme und Grabingers Klavierbegleitung verschmolzen im dezenten technischen Hall und warmen Lichttönen zu einer tiefen Einheit. Es sind eben nicht nur ein paar wenige Scheinwerfer, zwei bis drei Mikrofone und ein Soundsystem, sondern ein rundrum routiniertes und stimmiges Konzept.

In mehreren Songs wuchs das Duo Werner/Grabinger durch Tonmeister Pit Lenz zum Trio. In „Nur deine Stimme hören“ erklangen mit Grabinger und Lenz die Chorusse dreistimmig. Lenz ließ darin gar ein formidables Bluesharp-Solo krachen. Es folgte – noch intensiver – eine dreistimmige á cappella Nummer.

Pe Werner schreibt und produziert nicht nur für sich selber. Neben ihre bekannten eigenen Hits platzierte sie in ihrem „Best of“-Programm auch Songs, die sie für andere Stars geschrieben oder produziert hat. So zum Beispiel für Barbara Schöneberger. Zwischen den Nummern: Herrliche Anekdoten, wie etwa die von einer ins Desaster geratenen Weinprobe zu Beginn einer dreiwöchigen Schiffskreuzfahrt von Chile in die Südsee, für die Werner und Grabinger als Künstler gebucht waren.

In der zweiten Hälfte präsentierte Werner eher intime, teils melancholische Poesie, wie etwa „Weißt Du noch, wie der Winter roch?“. Grabinger, dessen kongeniale Klavierbegleitung in machen Songs bisweilen ein bisschen nach Billy Joel klang, fand hier sehr einfühlsame, warme Farben. Pe Werners Wechselbad der Gefühle endete, wie es begann, mit „Trostpflastersteine“ einem weiteren Evergreen, gefolgt von zwei Zugaben. Begeisterung!

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