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Schwarzfahrer vor dem Amtsgericht Steinfurt

Vorfall in Regionalbahn: 24-Jähriger gibt falsche Personalien an und verletzt Mitreisende

Reckenfeld

Ein 24-jähriger Reckenfelder wurde in einer Regionalbahn beim Schwarzfahren erwischt, gab dann falsche Personalien an und verletzte bei eine,m Gerangel eine Zugreisende. Nun musste er sich jetzt vor dem Amtsgericht Steinfurt dafür verantworten.

Matthias Lehmkuhl

Foto: dpa

Steigt jemand ohne Ticket beispielsweise in die Regionalbahn (RB) 65 von Münster in Richtung Rheine, sollte er sich sofort aus dem im Zug eingebauten Fahrscheinautomaten eine Fahrkarte ziehen. Denn sonst kann es passieren, dass derjenige sich wegen Schwarzfahr-Versuches vor Gericht wiederfindet. Das passierte nun einem 24-Jährigen aus Reckenfeld. Allerdings war der ohne Verteidiger im Amtsgericht Steinfurt erschienene Reckenfelder zusätzlich noch wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte, falscher Namensangabe und fahrlässiger Körperverletzung angeklagt.

Am 24. September vergangenen Jahres stieg der junge Mann in die RB 65, die um 16.13 Uhr vom Hauptbahnhof Münster abfuhr. „Ich wollte danach sofort einen Fahrschein ziehen, musste aber noch auf andere Fahrgäste warten“, zeigte der Angeklagte der Richterin ein Ticket mit Datum 24. September 2019 und Uhrzeit 16.19 Uhr. Ein 48 Jahre alter Zugbegleiter aus Münster war davon überzeugt, dass der Beschuldigte erst das Ticket zog, als er ihn gesehen hatte. „Ein Ticket ziehen dauert höchstens 30 Sekunden“, warf der Schaffner ein.

Ein ihm damals zu Hilfe eilender 54 Jahre alter Polizeibeamter aus Emsdetten sagte aus, dass ihm der Reckenfelder bei der Feststellung der Personalien einen falschen Namen und ein falsches Geburtsdatum angegeben habe. „Das teilten mir meine Kollegen per Funk mit.“ Eine als Zeugin geladene 47-Jährige aus Reckenfeld wurde bei einem Gerangel am Haltepunkt Reckenfeld am Fuß verletzt. „Als der Angeklagte aussteigen und sich vom Zugbegleiter und Polizisten losreißen wollte, fiel ich auf den Boden und er trat mir auf den Fuß“, schilderte die Angestellte der Stadt Münster, die dabei eine Quetschung davontrug und eine Woche krankgeschrieben wurde. „Ich musste auch noch meinen Urlaub verschieben“, ergänzte die Leidtragende. „Ich wollte niemandem wehtun. Ich wollte mich nur losreißen“, bemerkte der Angeklagte, der anschließend widerwillig in den Zug zurückstieg.

Dann fuhr er zusammen mit dem Polizisten weiter nach Emsdetten und gab seine wahre Identität preis. Der 24-Jährige war bereits wegen Drogenmissbrauches, fahrlässiger Brandstiftung und einem ähnlichen Delikt wie diesem vorbestraft. Deswegen plädierte die Staatsanwältin auf eine Geldstrafe in Höhe von 3500 Euro, die auch die Richterin für angemessen hielt.

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