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Chris Kramer & Beatbox ´n Blues im Beatclub-Keller

Wenn ein Trio zur Bigband mutiert

Greven

Sie versprachen eine Frischzellenkur für den Blues und lieferten auch: Chris Kramer & Beatbox ´n Blues

Von Ulrich Coppel

Sie versprachen eine Frischzellenkur für den Blues und lieferten auch (von links): Foto: Ulrich Coppel

Das Versprechen, das Chris Kramer und seine Formation „Beatbox n Blues“ am Samstagabend in den Ankündigungen für das bestens besuchte Konzert im Beatclub machten, hielten sie ohne Wenn und Aber ein. Die dreiköpfige Formation mit Chris Kramer (Gesang, Bluesharp, E-Gitarre), Sean Athens (E-Gitarre) und Kevin O ´Neal (Beatbox) bot eine wahre „Frischzellenkur für den Blues.“

Mit jedem Song katapultierte das Trio den Endorphinspiegel im Publikum in noch schwindelerregendere Höhen. Als O ´Neal zum Abschluss des ersten Sets in einem viertelstündigen Soloblock Kostproben seiner hochvirtuosen Beatboxkunst bot, wurde jedem klar: Der Mann vermag ganz allein mit seiner Stimme eine komplette Bigband, genau wie eine wummernde Technodisco zu simulieren.

In Windeseile erklärte er wie er welche instrumentale Sounds, von Drumset bis Subbass, von Blechbläser bis zur indischen Sitar erzeugt. Und Schwupp – nach drei, vier Schritten groovten Hits von Michael Jackson oder James Brown wie die Hölle, und zwar nur durch ihn – ganz allein. Viele im Publikum hatten so etwas noch nie zuvor gehört, und kamen während der anschließenden Pause aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Im Trio überzeugte Frontmann Chris Kramer mit seiner ganz typischen Bluesstimme, wenn er nicht gerade mal wieder eines seiner zahlreichen Bluesharp-Soli aus der Westentasche zauberte, und sich so mit Gitarrist Sean Athens krachende Duelle lieferte.

Während der ansonsten mit seiner „Les Paul“ Gitarre passende Fill-ins bot, sorgte Kramer mit den Single-Coil-Tonabnehmern seiner Stratocaster Gitarre für glockenklare Harmonien. Kein Wunder, dass Kramer ganze viermal schon den „German Blues Award“ gewonnen hat, eine der höchsten Auszeichnungen für dieses musikalische Genre. Songs wie „Came to the city“, oder „Oh Lord“ waren einfach nur zum Genießen.

Was für eine Freude, was für ein toller Abend im Beatclub-Keller.

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