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Freilichtbühne kompakt

Zwei-Personenstück mit Zuschauer

Reckenfeld

Freilichtbühne Reckenfeld startet wieder.

wn

Schauspieler und Regisseure freuen sich, trotz Corona spielen und dem Publikum mit diesem turbulenten Stück einen Einblick in das Leben hinter der Bühne geben zu können. Foto:

Besondere Zeiten brauchen besondere Maßnahmen. Da wegen Corona die Wiederaufnahme von „Ein Käfig voller Narren“ nicht aufgeführt werden kann, wird die Freilichtbühne Greven-Reckenfeld neben „Pension Schöller“ auch zwei Stücke in kleinerer Besetzung aufführen: „Die Welle“ und „Gretchen 89ff.“.

Letzteres hat am 8. August um 20 Uhr Premiere und nur für 40 Zuschauer Platz, denn das Publikum wird mit auf der Bühne sitzen.

„Gretchen 89ff. ist eigentlich ein Innentheaterstück“, erklären die Regisseure Yvonne Grüner und Patric Sohrt. „Da wir uns aber noch in der Sommersaison befinden und etwas Außergewöhnliches machen wollten, haben wir uns dazu entschlossen, die Bühne für die Zuschauer frei zu geben. Wir erhalten dadurch eine ähnliche Atmosphäre wie im Innentheater, befinden uns aber unter freiem Himmel.“

Das Publikum wird den Spielern also sehr nah sein – doch keine Sorge, ein Einbezug der Zuschauer ist nicht geplant.

„Natürlich ist es auch spannend für unsere beiden Darstellter, Lea Bröker und Kevin Cichy“, so Yvonne Grüner weiter, „denn das ist tatsächlich das erste Mal auf der Außenbühne, dass Zuschauer so nah dran sind. Die Reaktionen des Publikums werden unmittelbar wahrgenommen.“

Als Reaktionen erwartet die kleine Gruppe auf jeden Fall viel Lachen und Spaß. „Es ist ein lustiges, skurriles, emotionales und erhellendes Stück über das Leben hinter der Bühne“, fasst Patric Sohrt zusammen.

Worum geht es? Es geht um die Frage, wer eigentlich dafür verantwortlich ist, dass ein Stück so wird wie es wird, wenn es letztendlich bei der Premiere gespielt wird. Liegt es einzig am Autor? Sicher nicht. Es liegt an der seligen oder unseligen Zusammensetzung von Regie und Schauspiel – denn so, wie sie das Stück interpretieren und so wie sie ihre eigenen Persönlichkeiten ins Spiel bringen, wird das Stück hinterher vom Zuschauer gesehen.

Dem Publikum wird die berühmte Kästchen-Szene aus Goethes „Faust“ gezeigt, daher der Name: Gretchen 89ff. Gretchen spricht hier einen Monolog und singt ein Lied. Diese Szene wird neun Mal gespielt – doch jedes Mal vollkommen unterschiedlich. Warum unterschiedlich? Es ist doch derselbe Text! Das liegt daran, dass Lea Bröker und Kevin Cichy immer wieder in andere Rollen schlüpfen. Sie sind der Regisseur und die Schauspielerin, aber immer wieder mit anderen Charakteren und anderen Ideen zu der Szene. Und deshalb wird keine Inszenierung so wie die davor.

Stellen Sie sich eine Anfängerin vor, die noch nie auf der Bühne gestanden hat und dabei auf einen alteingesessenen Regisseur trifft. Wie werden die beiden dieser Szene Leben einhauchen? Oder stellen Sie sich einen schmierigen Regisseur vor, der im Grunde gar kein Interesse an der Probe, sondern viel mehr an der kapitulierenden Schauspielerin hat . . . Diese Menschentypen werden die Zuschauer im Laufe des Abends kennenlernen – und noch viele mehr.

Für Lea Bröker und Kevin Cichy bedeutet dies nicht nur ein immer wiederkehrender Kostümwechsel, sondern auch das Darstellen von 18 unterschiedlichen Persönlichkeiten. „Für die beiden ist das eine große Herausforderung. Aber genau das macht Schauspielern natürlich besonders großen Spaß. Sie können hier ihr Talent voll entfalten. Anders als in großen Produktionen, in denen normalerweise eine Figur durchgängig gespielt wird, haben wir hier immer wieder andere Personen mit anderen Facetten.“

Die Gruppe freut sich, trotz Corona spielen und dem Publikum mit diesem turbulenten Stück einen Einblick in das Leben hinter der Bühne geben zu können. „Natürlich ist alles ein wenig überzogen, aber ein Fünkchen Wahrheit steckt in jeder Szene“, schmunzeln Grüner und Sohrt.

Natürlich werden bei den Aufführungen auch die Hygiene-Regeln beachtet. Bei der Kartenreservierung wird der Name und die Adresse zur Rückverfolgung benötigt, es gibt feste Plätze.

Termine: Samstag 8. August; Sonntag, 9. August; Mittwoch, 12 August; Freitag, 14. August; Samstag, 15. August jeweils um 20 Uhr.

Karten sind über www.reckenfeld-freilichtbuehne.de zu erwerben oder telefonisch unter ‚ 02575/1566 (Montags und Mittwochs von 9 bis 12 Uhr)

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