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SPD nimmt Stellung

Heftige Kritik an Schließungsplänen der Frauenklinik in Ibbenbüren

Kreis Steinfurt 

Vor rund einer Woche wurde bekannt, dass das Klinikum Ibbenbüren die Abteilung Gynäkologie und die Geburtshilfe schließt. Auch Mitarbeiter sollen von der Nachricht überrascht worden sein. Die SPD bezeichnet das Vorgehen des Trägers als "schäbig" und will die Pläne nicht unhinterfragt hinnehmen.

Das Klinikum Ibbenbüren schließt die Abteilung Gynäkologie und die Geburtshilfe – spätestens zum 12. November 2021. Die SPD reagiert mit scharfer Kritik auf die Nachricht.  Foto: Annette Riedl/dpa (Symbolbild)

„Das ist Krankenhauspolitik nach Gutsherrenart. Betroffene und Politik werden vor vollendete Tatsachen gestellt, Verantwortlichkeiten auf Andere abgeschoben.“ Mit derart heftigen Worten kritisieren die Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion jetzt in einer Presseinformation eine Meldung der Mathias-Stiftung, zum 12. November die Geburtshilfe und Gynäkologie im Ibbenbürener Krankenhaus zu schließen. Offenbar wurden sowohl die politisch Verantwortlichen vor Ort – vom Bürgermeister bis zum Stadtratsmitglied – als auch die Mitarbeiter des Krankenhauses von der Nachricht überrascht. Auch eine Frauenärztin aus dem benachbarten Recke hatte berichtet, dass sie als zuweisende Ärztin nichts von den Plänen gewusst habe. Es seien nach wie vor Termine für Kreissaalbesichtigungen gemacht worden, hieß es dazu in der SPD-Fraktionssitzung.

SPD bezeichnet Vorgehen als „schäbig“

Einig waren sich die SPD-Kreistagsmitglieder in der Einschätzung des Vorgehens der Mathias-Stiftung. Sie bezeichnen es als „schäbig“, die Verantwortung für die Schließung den Ärztinnen und Ärzten und Hebammen zuzuschieben. Vielmehr ließen Aussagen (Quelle: lokale Tageszeitung Rheine) vermuten, dass im Mathias-Spital Rheine noch Kapazitäten für die erwarteten zusätzlichen 300 Geburten pro Jahr frei sind. „Im Bezug auf diese Geburtensteigerung seien die verfügbaren Kreißsaalkapazitäten in der Frauenklinik im Klinikum Rheine ausreichend“, wurde aus der Stellungnahme der Stiftung zitiert. Darüber hinaus plane man in Rheine den Ausbau der Bettenkapazitäten für die Frauenklinik. Auch diese stünden zukünftig Wöchnerinnen zur Verfügung. Solche Äußerungen ließen wenig Zweifel an den Hintergründen der Schließung der Ibbenbürener Klinik.

Mathias-Stiftung soll sich erklären

Erschreckend sei aber nicht nur die Art und Weise des Vorgehens und Umgangs mit allen Betroffenen, sondern auch die Erkenntnis, dass die Geschäftsführung der Mathias-Stiftung offenbar die Einschätzung des Gemeinsamen Bundesausschusses teile. Der hatte eine Fahrzeit von 40 Minuten zu einer Geburtsklinik als „zumutbar“ definiert.

Die Kreispolitikerinnen und Kreispolitiker der SPD fordern die Mathias-Stiftung auf, darzulegen, welche Maßnahmen sie ergriffen haben, um die Geburtsstation und Gynäkologie in Ibbenbüren zu erhalten: „Wir können und wollen nicht unhinterfragt hinnehmen, dass die Frauen der Willkür des letzten noch verbliebenen größeren Krankenhausträgers im Kreis Steinfurt derart ausgeliefert sind. Wenn diese Planung umgesetzt wird, gibt es ab Mitte November im zweitgrößten Flächenkreis Nordrhein-Westfalens nur noch ein Krankenhaus, in dem werdende Mütter ihre Kinder zur Welt bringen können“, heißt es in einer Stellungnahme der SPD-Kreistagsfraktion. Die „Lage der Geburtshilfe im Kreis Steinfurt“ soll auch Thema in der nächsten Sitzung des Fachausschusses werden. Einen entsprechenden Antrag hat die SPD bereits an den Landrat versendet.

Gynäkologie in Ibbenbüren schließt

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