1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Kreis-Steinfurt
  6. >
  7. Hervorragende Master- und Doktorarbeit

  8. >

VDI-Förderpreise für FH-Absolventinnen

Hervorragende Master- und Doktorarbeit

Steinfurt

Der Deutsche Ingenieurverein im Münsterland hat zwei hervorragende Abschlussarbeiten von Ingenieurs-Absolventinnen geehrt. In einem ging es um 3D-Modelle in Ingenieurbüro, im anderen um die Herstellung von Stickstoff. Beide erhalten Förderpreise.

In diesem Jahr ging der VDI-Förderpreis an Marina Delsing und Dr. Aleksandra Marcinek (Mitte, v. l.). Dr. Lothar Jandel (v. l.), Prof. Dr. Henriette Strotmann, Prof. Dr. Joachim Guderian und Prof. Dr. Dieter Scholz gratulierten den Preisträgerinnen. Foto: FH/Liedtke

Einmal jährlich vergibt der Münsterländer Bezirksverein des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) seine mit je 1000 Euro dotierte Förderpreise für hervorragende Abschlussarbeiten an Absolventen der Fachhochschule. Für ihre außerordentliche Leistung hat der Verein Marina Delsing für ihre Masterarbeit am Fachbereich Bauingenieurwesen und Dr. Aleksandra Marcinek für ihre Doktorarbeit am Fachbereich Chemieingenieurwesen gewürdigt.

Mit den Förderpreisen möchte der VDI das Interesse an Technik wecken und auf die Ingenieurfächer mit ihren guten beruflichen Perspektiven aufmerksam machen. „Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Die Ingenieurwissenschaften sind ein faszinierendes Arbeitsfeld“, so Prof. Dr. Dieter Scholz, Hochschullehrer am Fachbereich Maschinenbau und stellvertretender Vorsitzender des VDI Münsterländer Bezirksvereins, bei der Preisverleihung auf dem Steinfurter Campus. „Wir hatten dieses Jahr wieder etliche ganz hervorragende Arbeiten zur Auswahl.“

Die beiden ausgezeichneten Ingenieurinnen widmeten sich Themen, die eine hohe volkswirtschaftliche Bedeutung haben. Um die praktischen Problemstellungen zu bearbeiten, sei ein stark überdurchschnittliches Abstraktionsvermögen und eine sehr systematische Vorgehensweise erforderlich, lobte Scholz.

Alle Planungsschritte in 3-D-Modell zusammengefasst

Marina Delsing untersuchte in ihrer Masterarbeit, wie sich Building Information Modeling – kurz BIM – in einem Ingenieurbüro mit den Schwerpunkten Tragwerksplanung und Bauphysik implementieren lässt. Bei der BIM-Methode sind alle Planungsschritte und Gebäudeinformationen in einem 3D-Computermodell zusammengefasst, auf das alle Fachkräfte zugreifen können. Prof. Dr. Henriette Strotmann und Prof. Dr. Markus Waltering hatten die Masterarbeit betreut. Ihr Fazit: Mit Delsings konkreten Handlungsempfehlungen für die verschiedenen Arbeitsbereiche des Ingenieurbüros sei ein klarer Weg gezeichnet, das umfangreiche und vielschichtige Thema BIM in den Arbeitsalltag der Büros einzuführen. Delsing ist weiterhin für das Ingenieurbüro tätig und möchte das Feld BIM als Vorreiterin weiter vorantreiben, denn die Nachfrage nach 3D-Modellen sei groß.

Zum Thema: Der VDI im Münsterland

Dr. Aleksandra Marcinek erhielt die Auszeichnung für ihre „in jeder Beziehung hervorragende Dissertation“, wie Scholz hervorhob. Sie befasste sich mit dem Verfahren der Druckwechseladsorption zur Herstellung von hochreinem Stickstoff. Dafür habe die Preisträgerin sehr umfangreiche und hochpräzise Messreihen durchgeführt. Das von Marcinek entwickelte Modell könne die experimentellen Befunde bis zu einer sehr hohen Gasreinheit hin bestätigen.

Betreiber können Anlagen mit Marcineks Daten einstellen

„Sie zeigt darüber hinaus, mit welchen Strategien das Anlagendesign und die Zyklusparameter gewählt werden können, um im angestrebten Reinheitsbereich die optimale – also möglichst energiesparende Lösung – zu erreichen“, so Scholz. Prof. Dr. Joachim Guderian von der FH Münster und Prof. Dr. Dieter Bathen von der Universität Duisburg-Essen hatten die Doktorarbeit betreut. Die anwendungsorientierten Daten ihrer Arbeit hat die Preisträgerin publiziert. „Die Downloadzahlen von Frau Marcineks Artikeln sind gewaltig. Mit ihren Werten können Betreiber ihre Anlagen überall auf der Welt optimal einstellen“, hob Guderian hervor.Marcinek hat ihre Doktorarbeit in Kooperation mit einem Unternehmen geschrieben. Hier geht ihr Weg mit einem Postdoc-Folgeprojekt weiter – Anfang kommenden Jahres tritt sie in der Firma eine Stelle als Ingenieurin an.

Startseite
ANZEIGE