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„Akte Münsterlandmörder“ 

Spurensuche führt zurück zum Leichenfundort in Sellen

Steinfurt

Die „Akte Münsterlandmörder“ feiert am Samstag in Rheine Premiere. Schon am Dienstag kommt das mit viel Spannung erwartete Doku-Drama von Regisseur Detlef Muckel ins Steinfurter Kino. Dafür hat sich unter anderem das Steinfurter Kulturforum stark gemacht. Im Mittelpunkt steht eine seit 50 Jahren nicht aufgeklärte Serie von Morden. Einen Leichenfund hat es in Burgsteinfurt gegeben.

Dirk Preckel (l.) hat sich dafür eingesetzt, dass der Film von Detlef Muckel (r.) „Akte Münsterlandmörder“ am Dienstag im Kino Steinfurt gezeigt wird. Unterstützung gab es dabei auch von Dr. Barbara Herrmann (2.v.r.), Direktorin des Kulturforums, und natürlich Lisa Althoff, die das Filmtheater leitet. Foto: Drunkenmölle

Heute abend findet die mit Spannung erwartete Premiere im Cinetech Rheine statt. Bereits am kommenden Dienstag (22. November) um 19 Uhr wird die „Akte Münsterlandmörder“ im Steinfurter Kino aufgeschlagen. Mit Unterstützung des Horstmarer Unternehmers Dirk Preckel und von Horstmars Bürgermeister Robert Wenking hat sich Dr. Barbara Herrmann vom Kulturforum Steinfurt dafür eingesetzt, dass das neue Doku-Drama von Filmemacher Detlef Muckel (wir berichteten gestern ausführlich) unmittelbar nach der Erstaufführung auch über die Leinwand des Steinfurter Filmtheaters flimmert.

Die schrecklichen Ereignisse vor 50 Jahren berühren die Menschen immer noch. Preckel und Herrmann sind sicher, dass die rätselhaften Morde, die ein bis heute unbekannter Mann an vier jungen Frauen in der Region verübt hat, vielen Menschen in Erinnerung geblieben sind. Die Schlagzeilen, die der Fall gemacht hat, seien nicht vergessen und seien Mahnung für die jungen Leute von heute, wie wichtig es ist, achtsam zu sein und sich vor möglichen Übergriffen zu schützen. „Das ist ein wichtiges Thema für die Region“, ist Muckel überzeugt. Am Freitagmorgen hat er sich die Zeit genommen, um sich mit Preckel, Herrmann und Kinoleiterin Lisa Althoff in Burgsteinfurt zu treffen und genau darüber zu reden.

Nicht ohne Grund. Denn, wer den Fall verfolgt hat, weiß, dass es einen unmittelbaren Bezug dieses ganz dunklen Kapitels deutscher Kriminalgeschichte auch zu Burgsteinfurt gibt. Das erste Opfer, die 23-jährige Prostituierte Edeltraud van Boxel, wurde am 21. November 1971 von einem Landwirt tot an einem Feldweg in der Bauerschaft Sellen gefunden. Sie soll in Münster in den VW-Käfer des mutmaßlichen Täters eingestiegen sein. Der Wagen mit BF-Kennzeichen sei noch auf der B 54 zwischen Altenberge und Nordwalde gesehen worden. Warum der Mörder sein Opfer, vermutlich war es schon tot, so lange und weit durchs Münsterland gefahren ist und die Leiche ausgerecht in Sellen abgelegt hat? Muckel hat versucht, Antworten zu finden. Einblicke in die Ermittlungsakten der Polizei sind ihm verständlicherweise nicht gewährt worden. So hat er selber Recherchen angestellt und sich auf Spurensuche begeben. Detlef Muckel hat in Sellen mit Menschen gesprochen, die sich an die Ereignisse erinnern konnten. Gedreht wurde an Originalschauplätzen. Auch in Sellen. Etwa zur gleichen Zeit wie in der Nacht, als der Mörder sein Opfer aus dem Wagen gezogen hat. Eine unheimliche Atmosphäre.

Muckel sagt nicht, wo sich das alles abgespielt hat: „Es würde mich wirklich wundern, wenn man den Ort heute finden würde.“

So komplex und unterschiedlich die vier Fälle auch sind, der Regisseur hat in seinem Film versucht, die Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten. Ohne zu viel vorwegzunehmen, Muckel sagt: „Es gibt ein richtiges Ende.“ Der Zuschauer bekommt eine Vorstellung davon, was wirklich passiert sein könnte. Muckel: „Das war die große Herausforderung.“

Nach wie vor gehört der Mörder zu den meist gesuchten Straftätern in Deutschland. Mord verjährt nicht. Die „Akte Münsterland“ ist noch nicht zugeschlagen.

Wer den Film im Steinfurter Kino sehen möchte, muss sich sputen. Der Vorverkauf läuft bereits. Lisa Althoff ist bemüht, weitere Vorstellungen, möglicherweise eine sonntägliche Matinee, ins laufende Programm einzubauen.

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