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Luftwaffenmusikkorps Münster gibt Adventskonzert in Gertrudiskirche / Erlös für Orgelreinigung

60 Akteure hauen auf die Pauke

Horstmar

Das Luftwaffenmusikkorps Münster unter der Leitung von Oberstleutnant Christian Weiper wird am 14. Dezember (Dienstag) in der Pfarrkirche St. Gertrudis ein Adventskonzert geben. Möglich macht das der Konzertförderkreis, der sich vor rund 20 Jahren als Orgelförderkreis gegründet hat. Weil das Musikkorps ausschließlich Benefizkonzerte spielt, soll deswegen das Geld in die Reinigung der Orgel in der Pfarrkirche fließen

Von Sabine Niestert

Sie werben für den Auftritt des Luftwaffenmusikkorps Münster am 14. Dezember (Dienstag) (v.l.): Alois Enck, Rafael D. Marihart, Anja Blaszczyk, Ewald Bogenstahl und Günter Wulfert vom Konzertförderkreis

Nachdem es so lange ohne Konzerte gehen musste, dürfte der Abend des 14. Dezembers (Dienstag) ein ganz besonderer für alle Musikfreunde in Horstmar werden. Diese können sich auf ein großes Live-Konzert mit beliebten Akteuren freuen. So hat das Luftwaffenmusikkorps Münster unter der Leitung von Oberstleutnant Christian Weiper dem heimischen Konzertförderkreis sein Kommen zugesagt. In voller Besetzung werden die Musiker in der Pfarrkirche St. Gertrudis ein Adventskonzert geben.

Zwangspause

Nach der coronabedingten Zwangspause, die lange keine öffentlichen Auftritte zugelassen hat, freuen sich alle Beteiligten um so mehr, dass dieses Gastspiel jetzt möglich wird. Und da das Musikkorps ausschließlich Benefizkonzerte spielt, soll das Geld in diesem Fall in die überfällige Reinigung der Orgel in der Pfarrkirche fließen.

„Das ist ein wahrlich aufwendiges Projekt“, gibt Kirchenmusiker Rafael D. Marihart zu bedenken. Schließlich helfe es nicht, mit einem Staubwedel durch die Pfeifen – es sind übrigens mehr als 2300 – zu feudeln. Vielmehr müsste jedes Exemplar einzelnen herausgenommen werden. Während die Metallpfeifen in ein Reinigungsbad kommen, werden die Holzpfeifen von außen feucht abgewischt. An ihren filigranen Stellen müssen sie mit einem Pinsel gereinigt werden.

Staub und Schmutz

„Danach werden die Pfeifen auf Beschädigungen kontrolliert und, falls nötig, repariert“, beschreibt der Kirchenmusiker das Prozedere, das etwa alle 20 Jahre notwendig wird, um die Orgel spielbar zu erhalten. Klingen mehrere Töne nicht mehr sauber oder sprächen sie nur verzögert an, sei das ein typisches Zeichen von Staub und Schmutz in den Pfeifen, der sich im Laufe der Jahre angesammelt habe. Und weil das alles ein Fachmann, nämlich ein Orgelbauer, machen muss, der vier bis sechs Wochen für diese anspruchsvollen Arbeiten benötigt, könnte die Maßnahme die Summe eines sehr gut ausgestatteten Mittelklasse-Wagens verschlingen. Geld, das die Kirchengemeinde St. Gertrudis natürlich nicht „mal eben so“ aufbringen kann. Vielmehr bedürfe es vieler helfender Menschen, die den Kirchenvorstand und den Kirchmusiker unterstützen, den immensen Betrag aufzuheben.

Texte und Musik

„Eine erste Aktion dafür war die Reihe der Musikalischen Andachten, mit denen wir im November 2020 begonnen haben“, erinnert der Musiker an die sechs sonntäglichen Zusammenkünfte in der Pfarrkirche, die dort bis zum 4. Advent angeboten worden sind. In den 30 Minuten gab es jeweils Texte und Musik zum Zuhören und darüber hinaus Zeit zum Nachdenken oder einfach nur Genießen.

Neben jeweils einem Seelsorger aus Horstmar gestalteten Flötistin Cornelia Becken und der Kirchenmusiker die Andachten, deren gesamte Kollekte in das Projekt „Orgeleinigung“ fließen wird.

„Im Schnitt sind da immer so 150 Euro zusammengekommen“, freut sich der Leiter mehrer Chöre. In der Fastenzeit habe es dann noch einmal vier Termine gegeben, bei denen insgesamt 500 Euro zusammengekommen seien.

Volksmund

Natürlich macht dieses Kleinvieh auch Mist – wie es im Volksmund so treffend heißt, doch bei einer Summe von rund 60 000 Euro kann sich jeder ausrechnen, wann die Reinigung endlich in Angriff genommen werden kann. Um so besser, dass sich die 60 Akteure des Luftwaffenmusikkorps bereit erklärt haben, für diesen guten Zweck ordentlich auf die Pauke zu hauen.

Konzertförderkreis

Das solle sich keiner entgehen lassen, denn alle Tage bekomme man dieses riesige Ensemble, das als ein sinfonisches Blasorchester aufgebaut sei, nicht zu hören, geschweige denn zu sehen. „Es lohnt sich“, betont Marihart, dass die Besucher am 14. Dezember etwas Tolles und bestimmt Einmaliges geboten bekommen.

Möglich macht das der Konzertförderkreis, der sich vor rund 20 Jahren als Orgelförderkreis gegründet hat, um die Erweiterung des Instruments in der Pfarrkirche zu ermöglichen. Seine Mitglieder haben jetzt alle Hände voll zu tun, um die letzten Vorbereitungen für diesen außergewöhnlichen Hörgenuss zu treffen.

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