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Überall Gülle und Gestank

Aufräumarbeiten nach Unfall eines Traktorgespanns in der Alst

Horstmar-Leer

18.000 Liter Gülle sind bei einem Unfall ausgelaufen, der sich am Mittwochabend in der Bauerschaft Alst gegenüber der Friedenskapelle ereignete. Dort verunglückte der 23-jährige Fahrer eines Traktorgespanns, wobei das Güllefass umkippte und gegen ein Carport prallte. [mit Video]

Sabine Niestert

Ein Bild der Verwüstung: Das umgekippte Güllefass hat das Carport unter sich begraben. Foto: Sabine Niestert

Die gute Nachricht vorweg: Dem Fahrer, der am Mittwochabend mit seinem Traktorgespann gegenüber der Friedenskapelle in der Alst verunglückt und mit einem Schock ins Krankenhaus gebracht worden ist, geht es schon wieder besser. Am Donnerstagvormittag steht der 23-Jährige mit schmerzenden Rippen und noch ein wenig blass am Unfallort, der ein Bild der Verwüstung bietet, obwohl der Trecker und das Güllefass längst abtransportiert worden sind. Stummer Zeuge des Geschehens ist das völlig demolierte Carport, auf das der Anhänger geprallt ist. Danach haben sich 18 000 Liter Gülle über die Straße und das dahinter liegende Gelände ergossen.

„Wir haben ein ganzes fieses metallisches Schleifen gehört“, beschreibt der von den Unfallfolgen betroffene Norbert Hintzen das Geräusch, das ihn und seinen Sohn am Vorabend hochgeschreckt hat. Zufällig haben die beiden Männer gerade am Fenster ihres Hauses gestanden und gesehen, wie der Anhänger über die Straße gerutscht ist. Laut Polizeibericht war der Schöppinger Fahrer auf der Kreisstraße 78 in Richtung Borghorst zu einer Biogasanlage unterwegs, als der Gülleanhänger in einer Kurve aus noch ungeklärter Ursache umgekippt ist.

Ein Schock nicht nur für den Fahrer, sondern auch für dessen Arbeitgeber und die geschädigten Anlieger, über deren Anwesen sich der „flüssige Mist“ in Windeseile verbreitet hat. „Bei meinem Nachbar ist die Gülle bis in den Keller gelaufen“, zeigt Norbert Hintzen die Spuren, die auch nach der vereinten ersten Aufräumaktion am Abend am Morgen danach noch deutlich sichtbar sind.

Sein Haus habe die Feuerwehr mit Folien und Sandsäcken vor der Gülle weitestgehend schützen können. Nicht jedoch den Vorhof und die hauseigene Kläranlage, die vollgelaufen sei. Die Feuerwehrleute hätten diese dann abgepumpt und gespült. Ob diese Maßnahmen allerdings ausreichend sind oder ob auf Dauer weitere Spätfolgen zu beklagen sind, muss sich noch zeigen. Angaben dazu liegen bisher noch nicht vor.

Nicht nur die 40 Einsatzkräfte der Feuerwehr, sondern auch die Nachbarn sind am Mittwochabend stundenlang mit Schrubbern im Einsatz gewesen, um die übelriechende Flüssigkeit zu beseitigen. Nur gut, dass alle Helfer coronabedingt einen Mund- und Nasenschutz getragen haben. Zwar kann eine Maske den penetranten Geruch nicht wirklich übertünchen, aber zumindest ein wenig abmildern.

Bis nach Mitternacht hat der ungewöhnliche Einsatz die 40 Helfer der Freiwilligen Feuerwehr gefordert. Anschließend habe man noch die Kleidung und die Maschinen gereinigt, berichtet Einsatzleiter Jürgen Stobinski im Gespräch mit dieser Zeitung. Dem langjährig erfahrenen Feuerwehrmann ist in seinen zahlreichen Dienstjahren nur einmal ein Fall mit Gülle – allerdings nicht in diesem Ausmaß – untergekommen. So habe er in jungen Jahren mit Kollegen Schweine aus der Jauche retten müssen.

Video "18-Tonnen-Güllefass ausgelaufen" in Kooperation mit dem WDR:

Neben den Brandschützern sowie der Polizei hat der Unfall auch die Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Stadt Horstmar und der Unteren Wasserbehörde des Kreises Steinfurt auf den Plan gerufen, die vor Ort einen Schadensbericht aufgenommen haben.

Von einem wirtschaftlichen Totalschaden geht die Polizei bei den drei Fahrzeugen aus, die unter dem erst kürzlich sanierten Carport gestanden haben. Vermutlich gilt das auch für die zwei Mopeds, die ebenfalls dort untergebracht waren.

Für den Verkehr ist die Kreisstraße 78, die die Landstraßen 580 und 550 an dieser Stelle miteinander verbindet, am Donnerstag wegen weiterer Aufräumarbeiten noch stundenlang gesperrt.

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