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Projektchor und -orchester unter Regie von Karin Thiele überbrücken die Wartezeit

Auftritt nicht mehr wegzudenken

Horstmar-Leer

Seit 35 Jahren gibt es den Projektchor unter der Leitung von Musikpädagogin Karin Thiele, der die Wartezeit auf die Weihnachtsmesse mit seinem Auftritt in der Pfarrkirche St. Cosmas und Damian in Leer versüßt. Begleitet wird dieser vom Projektorchester, das ebenfalls stets viel Anklang findet. So war es auch beim jüngsten Auftritt.

Von Franz Neugebauer

Der Projektchor begeisterte das Publikum in der Leerer Pfarrkirche mit seinem Auftritt. Fotos: Franz Neugebauer Foto: Fotos: Franz Neugebauer

Voll besetzt war die Kirche St. Cosmas und Damian während der Weihnachtsmesse am Heiligen Abend. Die Besucherinnen und Besucher waren teilweise schon weit vor Beginn erschienen, um einen Sitzplatz zu bekommen. Der Projektchor und das -orchester unter der Leitung von Karin Thiele überbrückten die Wartezeit. Wegen Corona war das in den vergangnen zwei Jahren nicht möglich gewesen, um so größer war die Freude, dass dieses beliebte Ritual jetzt wieder aufgenommen werden konnte.

Die Idee zum jährlichen Auftritt kam der Karin Thiele bereits vor 35 Jahren. Es hatte gerade ein Konzert des Kirchenchores auch mit Kindern auf der Bühne stattgefunden. Die Mädchen und Jungen begeisterten mit ihrem Auftritt und sollten doch häufiger zur Geltung kommen, hieß es unter den Konzertbesuchern. Das war der Ursprung zur Gründung des Projektchores zu Weihnachten.

„Ich kann mich genau daran erinnern, als wir das erste Mal mit den Kindern in der Kirche probten. Es war im Jahr 1987. Mein Sohn Marc war drei Monate alt und lag im Kinderwagen. Maria Rehaag kümmerte sich um ihn“, blickt Karin Thiele zurück.

Doch es wurde nicht nur ein Chor ins Leben gerufen. Karin Thiele suchte auch nach einem Projektorchester und fand Musikanten in Leer. Susanne Laumann war mit ihrem Akkordeon von Anfang an dabei. „Karin steckt nicht nur viel Herzblut in die Gestaltung des Programmes, sondern auch viel Muße und Zeit. Während andere in der Adventszeit Plätzchen backen, auf Weihnachtsmärkten bummeln oder sich sonst wo weihnachtliche Stimmung holen, sucht sie seit 35 Jahren passende Weihnachtslieder aus, schreibt die Einladungen für die längst wartenden Kinder und stellt Probenpläne zusammen. Bei den Proben werden dann die Solisten gecastet und die Performance einstudiert“, schildert Susanne Laumann, die vielfältigen Aufgaben.

Man könne sich, so die Meinung der Kirchenbesucher, Weihnachten ohne diese mittlerweile zur Tradition gewordenen Einstimmung auf das Weihnachtsfest vor der Abendmesse nicht mehr vorstellen. Durch ihren jährlichen Einsatz habe Karin Thiele dem Heiligen Abend in der Kirche einen schönen, würdigen und stimmungsvollen Rahmen gegeben, auf den man in Leer stolz sein könne. „Die Proben sind das allerwenigste, es sollen nicht jedes Jahr dieselben Lieder gesungen werden, da muss ich mir immer wieder etwas Neues einfallen lassen“, schildert die Musikpädagogin Karin Thiele die Zeit der Vorbereitungen, die sich in diesem Jahr auf das Thema Frieden bezogen. Sie könne sich auf ein fast professionelles Orchester verlassen, das ausschließlich aus Leerer Musikanten bestehe. Saxofone, Querflöten, Akkordeons, Trompeten, Gitarre, Klavier und Schlagzeug gehören dazu. Sie lobte auch die Stimmen der Sängerinnen und Sänger bei den Soloauftritten. „Wenn es den Leuten gefallen hat, freue ich mich“, gibt sich Karin Thiele sehr bescheiden, die alles ehrenamtlich macht und keinen Cent dafür erhält.

Die abschließenden Dankesworte von Pfarrdechant Johannes Büll und der starke Applaus der Kirchenbesucher werden ihr sowie den Akteurinnen und Akteuren sicher noch lange in guter Erinnerung bleiben.

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