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Sozialtraining an der Sekundarschule Horstmar/Schöppingen

Das Miteinander wieder lernen

Horstmar/Schöppingen

Ein zweitägiges Sozialtrainings für alle Fünft- und Sechstklässler gab es nun an der Sekundarschule Horstmar-Schöppingen. Dafür hatte die Schule die auf Gewaltprävention und soziales Lernen spezialisierte Firma „Skills 4 life“ aus Köln mit ins Boot geholt.

Von Rupert Joemannund

Kitzeln ausdrücklich erlaubt. Malik Yilmaz (r.) versucht einen Fünftklässler der Sekundarschule zum Lachen zu bringen. Es ist das Abschlussspiel des zweitägigen Sozialtrainings. Foto: Rupert Joemann

Wer sich bewegt oder lacht, muss wieder ganz nach hinten laufen und von vorne anfangen. Die Fünftklässler der Sekundarschule Horstmar-Schöppingen sollen Malik Yilmaz drei Schätze stehlen. Der Student der Sport- und Bewegungsvermittlung muss dies verhindern, indem er die Mädchen und Jungen beim Bewegen oder Lachen erwischt. Es ist am Donnerstag das Abschlussspiel des zweitägigen Sozialtrainings für alle Fünft- und Sechstklässler. „Wir wollen das soziale Lernen wieder ankurbeln“, sagt Schulleiter Hubertus Drude. Dafür hat die Schule die auf Gewaltprävention und soziales Lernen spezialisierte Firma „Skills 4 life“ aus Köln mit ins Boot geholt. Viele Kinder seien in eine Starre gefallen, so Drude. „Sie ziehen sich zurück. Die Kinder brauchen einen Impuls.“ Durch das Sozialtraining, das vom Land finanziert wird, will die Sekundarschule das Miteinander in den Klassenstufen fördern. Die Schüler sollen wieder zurück in die Normalität der Gruppen finden.

Hubertus Drude bezeichnet das Verhalten der Kinder in den Gruppen als soziale Intelligenz. „Das hat mit Familie nichts zu tun“, sagt der Schulleiter. Dabei spiele die soziale oder wirtschaftliche Herkunft keine Rolle. Nur in der Gruppe könnten die Mädchen und Jungen das lernen. Da aufgrund des langen Lockdowns den Kindern aber das Miteinander nicht im ausreichenden Maße möglich war, treten hier zuweilen Schwierigkeiten auf.

Malik Yilmaz, einer von neun Skills-4-life-Mitarbeitern, die sich um die acht Klassen kümmern, empfindet die Situation an der Schöppinger Sekundarschule als „sehr angenehm“. Das sei in anderen Schulen manchmal völlig anders. „Man muss dabei aber aus dem Schubladendenken raus“, sagt Malik Yilmaz. Die Probleme seien nicht von der Schulform abhängig. Was manchmal in der achten Klasse einer Hauptschule funktioniere, klappe nicht in der zehnten Klasse eines Gymnasiums. Auch innerhalb von Städten könnten deutliche Unterschiede auftreten. Für seine Gruppe stellt Malik Yilmaz nach Absprache mit der Klassenleitung das Thema Vertrauen in den Mittelpunkt. Ihm geht es vorrangig darum, die Klassengemeinschaft durch spielerische Aktionen zu stärken.

Der angehende außerschulische Sportlehrer hat festgestellt, dass es „Berührungsängste bei Klassen gibt, die sich nach dem Lockdown neu zusammengesetzt haben“. Bei weiterführenden Schulen sind das insbesondere die Jahrgangsstufen 5 und 6. Mit Kooperationsspielen möchte Yilmaz erreichen, dass die Gruppe zusammenarbeitet. Die Schülerinnen und Schüler sollen „sich selber zum Wohle der Gruppe zurücknehmen“. Nur als (Klassen-)Gruppe erreichen sie das gewünschte Ziel.

„Wir wollen die Empathie fördern, sodass sich die Schüler einander helfen“, sagt Malik Yilmaz. Und am Ende der zwei Tage dürfen sie dann gemeinsam versuchen, ihm die drei Schätze abzujagen.

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