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Puppentheater „Hille Pupille“ zu Gast

Friedvoll zusammenleben

Horstmar

Lehrreich und unterhaltsam war das Stück „Und wir sind anders“, das das Figurentheater „Hille Pupille“ aus Dülmen im Rahmen des städtischen Ferienprogramms dem Nachwuchs im Vereinshaus der Bruderschaft Katharina bot. Diese regte die Kinder auch zum Nachdenken an.

Von Rainer Nixund

Das Figurentheater „Hille Pupille“ trat im Rahmen des städtischen Ferienprogramms im Vereinshaus der Bruderschaft St. Katharina auf. Foto: Nix

„Und wir sind anders“, lautete der Titel des Stücks, das vom Figurentheater „Hille Pupille“ aus Dülmen auf die Bühne des Vereinshauses St. Katharina gebracht wurde. Es bereicherte das Ferienprogramm der Stadt Horstmar, das mit dem Wiederbeginn der Schule endet. Der pädagogische Anspruch ist zeitgemäß, die Aufführung unterhielt das zahlreiche Kinderpublikum durch eine unterhaltsam inszenierte Story mit witzigen Einfällen.

Die Geschichte spielt in einem Hühnerstall, in dem Hennen zahlreicher Nationalitäten zusammentreffen. Die Verständigung ist problematisch. Während Hahn Serge, Franzose, immer nur Karten spielen will, hat Gertrud eine konstruktive Idee. Damit sich alle besser verstehen können, richtet sie eine „Hühnerschule“ ein. Erste Lektion: Natürlich Sprachunterricht. Put, put, put, doziert das englische Huhn, Stellen, Setzen, Legen. Aller Anfang ist schwer, doch alle raufen sich schließlich zusammen.

Hansi, der Jungfuchs, ein alter Bekannter der Gemeinschaft, versetzt die Neuankömmlinge in Angst und Schrecken. Das frustriert ihn, ist er doch eigentlich ganz harmlos. „Keiner will mit mir spielen“, jammert er. Als dann auch noch herauskommt, dass er mit Hausnamen „Zorro“ heißt, wird er zum Gespött. Das passe doch so gar nicht zu ihm, meinen fast alle. Als Henne Juanita die anderen aufklärt, dass „Zorro“ im Spanischen nichts anderes als „Fuchs“ bedeutet begreifen sie, dass der Name perfekt auf Hansi zugeschnitten ist. Von Unwissenheit bis zum Vorurteil ist es nur ein kurzer Schritt.

Der Fuchs schleppt ein Kuckucksei an, was einen Aufschrei der Empörung verursacht. Der Kuckuck wirft die Eier anderer Vögel aus dem Nest“, rufen alle. Doch „Tante Juanita“ lässt diesen Einwand nicht gelten. „Ihr brütet doch zurzeit gar keine Eier aus“, sagt sie und nimmt das Kuckucksei selbst unter ihre Fittiche. Als Hansi ein Stinktier anschleppt, ist der Unmut noch größer.

Humorvoll transportiert „Hille Pupille“ die Erkenntnis, das Andersartigkeit nicht zwangsläufig zu Ablehnung führen sollte, sondern dass friedvolles Zusammenleben der bessere Weg ist.

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