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Ferienangebot „Basteln mit Gips“

Geduld und Mühen lohnen sich

Horstmar

Seit Oktober 2017 gibt es das von der Aktion Mensch geförderte Inklusionsprojekt beim Familienunterstützenden Dienst der Tectum Caritas gGmbH. Dieser kooperiert mit den Veranstaltern von Ferienprogrammen in verschiedenen Kommunen, wie beispielsweise Horstmar. Dort gab es am Dienstag das Angebot „Basteln mit Gips“, das Lisa Langenhorst im Auftrag der Caritas Steinfurt leitete.

Von Sabine Niestertund

Projektleiterin Lisa Langenhorst Foto: : Sabine Niestert

Die Kinder und ihre drei Betreuerinnen haben sich in den Borchorster Hof zurückgezogen. Bei den subtropischen Temperaturen im Freien ist es im Schatten liegenden Raum des Pfarrzentrums weitaus angenehmer als draußen. Vor der Tür trocknen allerdings die Masken und die Handabdrücke besser, die beim Basteln mit Gips entstanden sind. Dabei handelt es sich um ein Inklusionsprojekt, das der Familienunterstützende Dienst der Tectum Caritas gGmbH im Rahmen des städtischen Ferienprogramms anbietet.

Lisa Langenhorst leitet das Projekt, zu dem sieben Kinder – zwei davon stammen aus der Ukraine – im Alter von sechs bis zehn Jahren angemeldet worden sind. Die junge Frau, die Sonderpädagogik studiert hat, arbeitet schon seit sechs Jahren nebenbei für das Caritas-Inklusionsprobjet, das besonders Menschen mit Beeinträchtigungen anspricht, aber auch anderen Interessierten offen steht. Zwei junge Frauen unterstützen die 25-Jährige an diesem Dienstagvormittag.

Die Teilnehmenden können wählen, ob sie lieber ihr Gesicht oder eine Hand eingegipst bekommen wollen. Vor den Abdrücken muss ihre Haut allerdings mit Vaseline eingerieben werden, damit die Spachtelmasse nach dem Trocknen schmerzlos entfernt werden kann. Tino hat sich lieber für einen Handabdruck entschieden. Das erscheint dem Jungen angenehmer als die Gipsmasse im Gesicht. Bei zwei der Mädchen, die das Risiko eingegangen sind, schauen nur noch die Augen, der Mund und die Nasenlöcher heraus. Lisa Langenhorst und ihre beiden Mitstreiterinnen gehen behutsam vor. Mit viel Liebe zum Detail verteilen sie den Gips in den kleinen Gesichtern. Noch vorsichtiger sind die drei jungen Frauen bei der Abnahme der Abdrücke. Diese kommen erst mal zum Trocknen in die Sonne, während sich die Workshop-Absolventen die Reste der Spachtelmasse von der Haut waschen. „Sieht doch super aus“, lauten die ersten Kommentare für die gerade entstandenen Werke, die später noch einen Feinschliff erhalten sollen, bevor die stolzen Besitzer diese mit Farben, Federn, Pailletten und Glitzer schmücken.

Still halten müssen aber auch die Kinder, die sich, wie Tino, einen Handabdruck gewünscht haben. „Und was sagst Du?“ „Gefällt es Dir?“ fragt Lisa Langenhorst die Probandin, nachdem sie den Gips nach einer kurzen Einwirkungszeit gelöst hat. Die Kleine lächelt zufrieden. Es scheint, dass sich die Mühen der Frauen und die Geduld des Nachwuchses gelohnt haben. Der brennt darauf, die Produkte des Kursus den Eltern zu zeigen.

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