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Angehende Erzieherin beschreibt ihre Projektarbeit

Handwerken schon früh gelernt

Horstmar-Leer

„Mir ist wichtig, den Kindern den Wert des Handwerks mit auf den Weg zu geben, da dieses mittlerweile immer mehr in Vergessenheit gerät“, begründet Julia Krappe die Motivation zu ihrer Projektarbeit, die sie im Rahmen ihrer Ausbildung zur Erzieherin im Kindergarten von Ss. Cosmas und Damian im Ortsteil Leer, absolviert und inzwischen abgeschlossen hat. Es sei für sie eine spannende Zeit gewesen, in der sie die Selbstbildungsprozesse der Jungen vor allem beobachten, fördern und begleiten konnte, blickt die 20-Jährige auf eine spannende Phase ihres Lebens zurück.

Franz Neugebauer

Unter Anleitung der Projektleiterin erlernte dieser kleine Handwerker auch den richtigen Umgang mit Werkzeugen. Foto:

Julia Krappe befindet sich zurzeit im zweiten Jahr der praxisintegrierten Ausbildung (PiA) zur Erzieherin. Diese neue Form der Ausbildung beinhaltet zwei bis drei Praxistage pro Woche. In der anderen Zeit besucht die junge Frau das Hermann-Emanuel-Berufskolleg in Burgsteinfurt. Anders als bei der schulischen Variante arbeitet sie die gesamten drei Jahre der Ausbildung sehr praxisnah.

Bei der Projektarbeit sei es sehr wichtig gewesen, dass sich die Thematik an den Interessen der Kinder orientiere. Das bedeutete etwas zu finden, was dem Nachwuchs Freude bereite und wofür er sich begeistern könnte. Sei dieser Grundstein gelegt, bestimme der Nachwuchs selbst, in welche Richtung es gehe und welchen Verlauf das Projekt nehme, schildert Julia Krappe ihre Vorgehensweise. Mit Hilfe von „Forscherfragen“, auf die die pädagogische Fachkraft und die Kinder gemeinsam versuchten, Antworten zu finden, wurde das Thema Schritt für Schritt erarbeitet.

„Nach längerem Beobachten zweier Jungen meiner Kita ist mir ihr großes Interesse an handwerklichen Tätigkeiten aufgefallen. Diese Erkenntnis hat mich dazu veranlasst, nach gemeinsamer Absprache ein Projekt mit den beiden rund um das Thema Handwerk zu starten“, erinnert sich Julia Krappe an die Anfänge.

Gemeinsam habe man dann Regeln im Handwerk festgelegt, den richtigen Umgang mit Werkzeugen geübt und die verschiedenen Werkzeuge kennen gelernt.

Die Jungen hätten eigenständig Kontakt zu der Tischlerei Niehues aus Horstmar-Leer aufgenommen, um nach Holz für das Projekt zu fragen. Dann hätten sie sich überlegt, mit dem Holz Tierhäuser für Hasen, Kaninchen und Igel zu bauen.

Hochmotiviert und mit Akkubohrer beziehungsweise Schrauber bewaffnet machten sich zwei Jungen an die Arbeit, ihre Pläne in die Tat umzusetzen. Sie haben geschmirgelt, gebohrt und geschraubt, bis am Ende zwei kleine Häuser ganz nach ihren Vorstellungen fertiggestellt waren. Außerdem haben die beiden das Ganze noch farbig angemalt und mit Fotos der entsprechenden Tieren versehen.

Nach der Fertigstellung präsentierten die kleinen Erbauer ihr Endergebnis stolz einigen Erzieherinnen, den anderen Mädchen und Jungen ihrer Einrichtung und den. Ihre Werke nahmen die kleinen Handwerker anschließend stolz mit nach Hause.

„Wir konnten alle viel voneinander lernen“, blickt die junge Frau abschließend zufrieden auf ihre erfolgreiche Projektarbeit zurück.

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