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Kundgebung mit über 200 Menschen

Horstmar steht auf für den Frieden

Horstmar

Mehr als 200 Menschen sind dem Aufruf der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde, der politischen Parteien, der Verwaltung und von engagierten Bürgern gefolgt, an der Friedenskundgebung auf dem Kirchplatz der St.-Gertrudis-Kirche teilzunehmen. „Die Tatsache, dass so viele gekommen sind, macht mich betroffen,“ betonte Bernhard Haschke, der die Versammlung mit Alfons Rottmann und Dr. Dirk Klein-Bölting vorbereitet hatte.Brennende Kerzen sorgten für eine eindrucksvolle und nachdenklich stimmende Atmosphäre.

Von Franz Neugebauer

Rund 200 Menschen waren auf den Kirchplatz von St. Gertrudis gekommen, um für den Frieden in Osteuropa einzutreten und Solidarität mit den Menschen zu zeigen, die von den kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine betroffen sind.Die Organisatoren des Abend (v.l.): Erwachsene und Kinder waren gekommen, zündeten Kerzen an, schwenkten Fahnen und beteten für den Frieden- Foto: Neugebauer

Mehr als 200 Menschen sind dem Aufruf der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde, der politischen Parteien, der Verwaltung und von engagierten Bürgern gefolgt, an der Friedenskundgebung auf dem Kirchplatz der St.-Gertrudis-Kirche teilzunehmen. „Die Tatsache, dass so viele gekommen sind, macht mich betroffen,“ betonte Bernhard Haschke, der die Versammlung mit Alfons Rottmann und Dr. Dirk Klein-Bölting vorbereitet hatte.

Brennende Kerzen sorgten für eine eindrucksvolle und nachdenklich stimmende Atmosphäre. Die Menschen demonstrierten ihre Solidarität mit den Menschen in der Ukraine, die von der russischen Armee überrannt und getötet werden. Haltung wurde gezeigt: „Horstmar steht auf für den Frieden.“

„Auch wenn dieser Krieg sprachlos macht, können wir deutliche Zeichen setzen,“ war sich Haschke mit allen Anwesenden einig. Gott sei dank lebe man in einem Staat, in dem man seine Meinung frei äußern könne.

„Komm, wir ziehen in den Frieden“, erklang es aus einem Lautsprecher. In diesem Lied von Udo Lindenberg heißt es: „Wir sind mehr als Du glaubst, wir sind schlafende Riesen, aber jetzt stehen wir auf.“

Bürgermeister Robert Wenking zitierte den Literaturpreisträger Alexander Solschenizyn: Wer die Gewalt als eine Methode proklamiere, müsse die Lüge zu seinem Prinzip machen. Dieser Satz habe nichts an Bedeutung verloren. Wenking forderte die russische Führung auf, insbesondere im Interesse des ukrainischen Volkes aber auch der Weltgemeinschaft und des russischen Volkes die Waffen ruhen zu lassen und zur Diplomatie zurückzukehren.

Die Ausführungen von Pfarrdechant Johannes Büll machten nachdenklich. Man wisse nicht, was als nächstes passiere, welchen Informationen man noch vertrauen, was man tun, was irgendwie helfen und bewegen könne. Tief stecke aber in den Menschen die Sehnsucht nach Frieden, Gerechtigkeit und Sicherheit. Schon immer hätten die Menschen ihre Sehnsucht nach Frieden vor Gott gebracht. Gott selbst sei der einzige, von dem Frieden zu erhoffen sei.

Prädikant Alexander Becker berichtete von seiner Arbeit im Krisenstab des Hilfswerks Samaritans Purse. Aus den Kontakten mit Soldaten aus der Ukraine wisse man, dass sie die Unterstützung im Gebet spürten. Manchmal geschehe etwas wirklich Unbegreifliches, als ob ein unsichtbare Hand tatsächlich Kugeln vorbeifliegen lasse. Das Gebet inspiriere und gebe Kraft. Dr. Dirk Klein-Bölting und Alfons Rottmann zitierten aus den Texten des Schriftstellers Wolfgang Borchert. Er hat seine Mitmenschen in Form eines Manifestes dazu aufgefordert, die Teilnahme an Kriegen zu verweigern. Es waren Aufrufe, „Nein zu sagen“ zu allen Aktionen gegen den Frieden.

Bernhard Haschke lud zum Schluss der Kundgebung zu einer Schweigeminute als Gebet oder stilles Gedenken ein, damit die Waffen schweigen, damit die Menschen in Sicherheit leben können und die Völkerverständigung gelingt.

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