1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Horstmar
  6. >
  7. „Ich schreibe nur die Bücher, die mir auch selbst gefallen“

  8. >

Autor Burkhard Spinnen im Lernzentrum zu Gast

„Ich schreibe nur die Bücher, die mir auch selbst gefallen“

Horstmar

Wie soll man angemessen auf die Ankunft von technisch weit überlegenen Außerirdischen reagieren? Diese Frage wurde im Buch „Fipp, Vanessa und die Koofmichs“ aufgeworfen. Autor Burkhard Spinnen war für eine Lesung im Lernzentrum in Horstmar zu Gast.

Autor Burkhard Spinnen verstand es, seine Zuhörer zu begeistern. Foto: Heming

Ziemlich nervös sei er, gesteht der Schriftsteller zunächst der begleitenden Lehrerin Andrea Heming vor dem Unterrichtsbeginn, aber dann auch der Klasse 8 d. Die erste Lesung nach eineinhalb Jahren und auch die erste aus seinem 2020 erschienenen Kinderbuch. Wobei Burkhard Spinnen diesen Begriff nicht sehr schätzt. „Bücher, die man mit 12 oder 13 gelesen hat, dürfen einem später nicht peinlich sein. Ich schreibe nur Bücher, die mir auch selbst gefallen.“

Um die Schülerinnen und Schüler in die Handlung mitzunehmen, beschreibt Spinnen erst einmal bildhaft den Schauplatz: An einem sehr bekannten Ort in Berlin, auf der Rasenfläche zwischen Reichstag und Kanzleramt, landet ein Raumschiff. Sofort wird ein Krisenstab einberufen, der sich sieben Stockwerke unter dem Kanzleramt versammelt und die Lage berät. Und dann passiert ziemlich lange nichts, was die Regierung verständlicher Weise sehr nervös macht. Wie soll man angemessen auf die Ankunft von technisch weit überlegenen Außerirdischen reagieren?

Für die Lesung wählt Burkhard Spinnen, bekennender Science-Fiction-Fan, das Kapitel „Kontakt“. Die Aliens steigen aus dem Raumschiff, und sehen zur Überraschung beinahe so wie Durchschnittsmenschen aus. Auch was sie anschließend tun, ist vom menschlichen Alltag nicht weit entfernt. Sie shoppen wie verrückt.

Die Klasse hört aufmerksam zu, aber gefällt ihnen die Lesung? Spätestens als Burkhard Spinnen vorträgt, wie die Paketbotin die Aliens zum Unterschreiben bewegen will, um dann später den Griffel bei Ebay anzubieten, wird gelacht. Es handelt sich, so wird es auch später in der Fragerunde deutlich, um eine fantasiereiche und schräge Geschichte, die trotzdem ganz nah an den Lebenserfahrungen der Schülerschaft ist.

Die Klasse hat im Anschluss viele Fragen zum Schriftstellerberuf, zum Beispiel, ob Spinnen manchmal eine Schreibblockade habe, wie man einen Verlag findet oder, weil sich das Vorlesen so gut angehört hat, ob er die Hörspiele der Drei Fragezeichen eingesprochen habe.

Auch in der folgenden Lesung für die 8 e wird gefragt, wie man wohl auf die Idee zu solch einem Buch käme. „Die Ideen laufen mir hinterher und wollen meine Aufmerksamkeit“, erklärt der Autor, „und eine wird schließlich stark und setzt sich durch.“

Organisiert wurde die Lesung, die eigentlich bereits im Juni vergangenen Jahres hätte stattfinden sollen, von Lisa Heuing, die am Gymnasium Arnoldinum für die Leseförderung der Schülerschaft zuständig ist, mit Unterstützung des Friedrich-Bödecker-Kreises.

Dass die Lesung aus „Fipp, Vanessa und die Koofmichs“ bei den Klassen gut ankam, war leicht zu erkennen, denn viele verkündeten im Anschluss, das Buch jetzt aber kaufen zu wollen, um zu erfahren, was die Aliens mit ihrer Shoppingtour weltweit anrichten.

Startseite