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Photovoltaikanlagen und Solarthermie im Bereich der geschützten Altstadt sollen ermöglicht werden

Klimaschutz zwingt zum Umdenken

Horstmar

Die nordrhein-westfälische Landesregierung will das Denkmalschutzgesetz so ändern, dass künftig auch die Nutzung von Solaranlagen und anderer Erneuerbarer Energien auf denkmalgeschützten Gebäuden einfacher möglich wird. Die Stadt Horstmar will schon jetzt zumindest für Gebäude, die sich im Bereich der geschützten Altstadt befinden, auf ihren Dächern Photovoltaikanlagen und Solarthermie erlauben.

Von Matthias Lehmkuhl

Der Stadtverwaltung liegen aktuell vier Anträge auf Errichtung einer Photovoltaikanlage im Bereich der geschützten Altstadt vor Foto: Heimatverein Horstmar

Das Land Nordrhein-Westfalen will den Denkmalschutz für die Photovoltaik und andere erneuerbare Energien im Rahmen einer Gesetzesnovelle öffnen. Kurz vor Ende dieser Legislaturperiode will die Landesregierung das Denkmalschutzgesetz NRW so ändern, dass künftig auch die Nutzung von Solaranlagen und anderer Erneuerbarer Energien auf denkmalgeschützten Gebäuden einfacher möglich wird.

Gestaltungssatzung

Die Burgmannstadt will schon jetzt zumindest für Gebäude, die nicht explizit unter Denkmalschutz stehen, aber sich im Bereich der geschützten Altstadt befinden, auf ihren Dächern Photovoltaikanlagen und Solarthermie erlauben. Im Denkmalbereich der Stadt Horstmar ist die Dächerlandschaft nicht explizit geschützt. Die Gestaltungssatzung erlaubt die Errichtung von Photovoltaikanlagen, wenn diese von der Straße aus nicht einsehbar sind.

Anträge

Der Verwaltung liegen aktuell vier Anträge auf Errichtung einer Photovoltaikanlage vor. Diese Anträge können jedoch wegen der Gestaltungssatzung nur zu einem geringen Teil genehmigt werden. „Die Antragsteller sind gezwungen, nach KfW-Standard zu bauen und dürfen keine Photovoltaikanlagen errichten“, schilderte Bürgermeister Robert Wenking das Problem in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bauen, Stadtentwicklung, Klima und Mobilität. „Die Kontroverse zwischen Denkmal- und Klimaschutz gewinnt an Dynamik“, wies Wenking auf die aktuell gescheiterte Änderung des Denkmalschutzgesetzes hin. „Wir müssen den jungen Leuten diese Photovoltaikanlagen erlauben, mit der Maßgabe, dass sie irgendwann wieder zurückgebaut werden müssen, weil sie den historischen Altstadtbereich vorübergehend stören“, schlug der Bürgermeister den Ausschussmitgliedern ein Hintertürchen vor.

Attraktivität

„Das könnte die Attraktivität der Altstadt fördern“, signalisierte Winfried Mollenhauer ein Ja der CDU-Fraktion und beantragte, die Gestaltungssatzung dahingehend bis zu Ratssitzung am 3. März (Donnerstag) zu ändern. „Wir sind richtig froh, dass auch die Bürgerinnen und Bürger in der Stadt den richtigen Schritt machen für den Klimaschutz und die eigene Energieerzeugung“, sagte Michael Kaiser für die SPD-Fraktion.

Bürgermeister Robert Wenking bremste die CDU-Mehrheitsfraktion mit ihrer Vorstellung, die Gestaltungssatzung innerhalb von einer Woche dementsprechend ändern zu können: „Das ist schon sportlich. Das würden wir fürs Frühjahr zusagen.“

Mündliche Zusage

Auch dem Wunsch von Michael Kaiser, den Antragstellern schon jetzt eine mündliche Zusage zu geben, konnte die Verwaltung nicht entsprechen. Alfons Rottmann (Bündnisgrüne) schlug vor, einen Zuschuss für teure rote Solarmodule für rote Dächer zu gewähren. Wenking entgegnete, dass die Photovoltaikanlagen in der geschützten Altstadt gerade als Fremdkörper wahrgenommen werden sollen, „damit die temporär veränderte Dachlandschaft auch erkennbar ist“. Zur nächsten Bauausschusssitzung am 5. Mai soll die Verwaltung über den aktuellen Stand der veränderten Gestaltungssatzung berichten.

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